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Aktuelle „Informationen aus dem Versicherungsjournal“ – September 2021

Die Höhe einer Erbschaft- oder Schenkungsteuer hängt unter anderem davon ab, in welchem Familienverhältnis Erblasser oder Schenker zum Begünstigten stehen. Es gibt aber auch legale Tricks seitens des Erblassers oder Schenkers, um die spätere Steuerlast des Begünstigten zu reduzieren.

Damit Erben und Beschenkten mehr bleibt


27.09.2021 (verpd) || Jeder, der etwas zu vererben oder verschenken hat, möchte, dass das meiste davon bei seinen Begünstigten ankommt. Je nach diversen Faktoren kann jedoch die Erbschaft- oder Schenkungsteuer das Erbe oder die Schenkung deutlich minimieren. Doch es gibt Möglichkeiten, wie Erblasser und Schenker noch zu ihrer Lebzeit diese finanzielle Belastung für die Erben oder Beschenkten von vornherein minimieren können.

Laut gesetzlichen Vorgaben wie der festgesetzten Freibeträge im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) unterliegen nicht alle durch Erbschaft oder Schenkung übertragenen Sach- und Geldwerte der Steuerpflicht. Dennoch ist nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) das zu versteuernde geerbte oder beschenkte Vermögen letztes Jahr gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent auf 84,4 Milliarden Euro gestiegen.

Die dafür festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer betrug 8,5 Milliarden Euro – 19,4 Prozent mehr als 2019. Insgesamt waren es rund 6,8 Milliarden Erbschaft- und 1,8 Milliarden Schenkungsteuer.

Freibeträge beim Vererben und Verschenken

Die Höhe des Freibetrages sowie der jeweils geltende Steuersatz hängen unter anderem vom persönlichen (Verwandtschafts-)Verhältnis des Erben oder Beschenkten zum Erblasser oder Schenker ab. Rechtliche Details zur Berechnung der Erbschaft- und Schenkungsteuer, wie die Höhe der Freibeträge je nach Verwandtschaftsgrad, aber auch die entsprechenden Steuersätze bei zu versteuernden Vermögensübergängen sind in den Paragrafen 14 bis 19 ErbStG geregelt.

Freibeträge für Erbfälle und Schenkungen seit dem 1. Januar 2010

Ehegatten und eingetragene Lebensgefährten || Freibetrag/Euro: 500.000

Kinder & Stiefkinder bzw. deren Kinder, falls Erstere bereits verstorben sind || Freibetrag/Euro: 400.000

Enkelkinder || Freibetrag/Euro: 200.000

Eltern und Großeltern bei Erbschaften || Freibetrag/Euro: 100.000

Eltern und Großeltern bei Schenkung || Freibetrag/Euro: 20.000

Geschwister, Neffen & Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten || Freibetrag/Euro: 20.000

alle übrigen Personen || Freibetrag/Euro: 20.000

Datenquelle: Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz

Neben den Freibeträgen gibt es noch zusätzliche Regelungen unter anderem gemäß Paragraf 13 ErbStG, wann bestimmte Vermögenswerte im Erbfall nicht zu versteuern sind. So können beispielsweise Eheleute oder Kinder ein Eigenheim – bei Kindern, sofern die Wohnfläche 200 Quadratmeter nicht übersteigt – steuerfrei erben, sofern sie das Haus oder die Wohnung noch weitere zehn Jahre nach dem Eigentumsübergang selbst zu Wohnzwecken nutzen.

Der Steuersatz

Für die Festlegung der Höhe der jeweiligen Steuersätze wird gemäß den Paragrafen 15 und 19 ErbStG das persönliche Verhältnis in drei Steuerklassen unterteilt.

Zu Steuerklasse 1 gehören zum Beispiel Ehegatten, Kinder und bei Erben auch Eltern und Großeltern. In Steuerklasse 2 fallen Geschwister und deren Nachkommen, Schwiegereltern und -kinder, Stiefeltern und bei Schenkungen auch Eltern und Großeltern. In Steuerklasse drei sind alle anderen wie zum Beispiel Freunde und nicht verheiratete oder nicht als Lebenspartner offiziell anerkannte Partner aufgeführt.

Höhe der Erbschaft- und Schenkungsteuer

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Legale Maßnahmen, um Steuern zu sparen …

Erblasser oder Schenker können aufgrund der gesetzlichen Regelungen die Steuerlast der Begünstigten legal reduzieren.

So kann zum einen das zu übertragende Vermögen nicht nur auf ein, sondern – sofern vorhanden – auf mehrere Kinder und/oder auch Enkelkinder verschenkt oder vererbt werden. Jedes Kind hat diesbezüglich einen Freibetrag von 400.000 Euro und jedes Enkelkind von 200.000 Euro.

Soll nur ein bestimmtes Kind oder Enkelkind, das durch das aufgezeigte Vorgehen nur zum Teil bedacht werden würde, über den Großteil des Erbes verfügen, kann zugunsten der betreffenden Person ein Nießbrauchrecht am Familienvermögen erbrechtlich festgelegt werden.

… mit der sinnvollen Nutzung der Freibeträge

Zudem kann es sinnvoll sein, die vorhandenen Freibeträge im Laufe der Zeit möglichst auszuschöpfen, damit beim Schenken oder späteren Erben möglichst wenig oder sogar gar keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer mehr anfällt. Möglich ist dies, indem man bereits zu Lebzeiten einen Teil des Vermögens, der noch unter den jeweiligen Freibetrag fällt, an den gewünschten Begünstigten verschenkt. Der persönliche Freibetrag des oder der Beschenkten kann nach zehn Jahren nochmals – egal ob durch Schenkung oder im Erbfall – genutzt werden.

Wer beispielsweise seinem Kind ein größeres Vermögen übertragen möchte, kann ihm alle zehn Jahre 400.000 Euro schenken. Im Erbfall besteht, sofern mindestens zehn Jahre nach der letzten Schenkung vergangen sind, dann immer noch ein Freibetrag von 400.000 Euro. Übrigens: Verschenkt ein Erblasser zu Lebzeiten sein Vermögen teilweise oder ganz an den künftigen Erben, werden die Wertzuwächse, die das verschenkte Vermögen nach der Schenkung erzielt, nicht mehr von der Erbschaftsteuer erfasst.

Möchte der Schenker (und spätere Erblasser) sichergehen, dass er durch eine Schenkung nicht die eigene wirtschaftliche Grundlage gefährdet, oder dass er eine verschenkte Immobilie auch weiterhin selbst nutzen kann, lässt sich dies vertraglich absichern. Der Schenker kann dazu für sich, aber auch für seinen Ehepartner ein dingliches unentgeltliches Nutzungsrecht wie ein Nießbrauchrecht an seinem „verschenkten Haus“, das auch ein festgelegtes Wohnrecht auf Lebenszeit enthält, vertraglich vereinbaren und im Grundbuch eintragen lassen.

Finanzielle Vorsorge für die Erbschaftsteuer

Ist trotz aller legalen Möglichkeiten klar, dass eine Erbschaftsteuer anfällt, kann der Erblasser mit einer entsprechenden Risikolebens-Versicherung zumindest die finanzielle Belastung des oder der Erben auffangen. Je nach Vertragsgestaltung kann nämlich festgelegt werden, dass eine solche Police nach dem Tod des Erblassers eine vereinbarte Versicherungssumme an den angegebenen Erben auszahlt.

Ist der voraussichtliche Erbe von vornherein als Versicherungsnehmer und als Bezugsberechtigter in der Police eingetragen und der Erblasser nur die versicherte Person, zählt die Todesfallsumme nach der Auszahlung übrigens nicht zur Erbmasse. Für Paare oder zwei Inhaber einer Firma, die die finanzielle Belastung, welche unter anderem durch die Erbschaftsteuer für den Erben und/oder die Auszahlung von Angehörigen entsteht, verringern möchten, empfiehlt sich eine Risikolebens-Versicherung auf Gegenseitigkeit.

In einer solchen Police können beide Partner als versicherte Personen eingetragen werden. Stirbt ein Partner, erhält der andere die vereinbarte Leistung. Informationen zur Erbschaft- und Schenkungssteuer enthält das Webportal des Bundesministeriums der Finanzen. Details zum Thema Erbrecht findet man in der aktualisierten downloadbaren Broschüre „Erben und Vererben“ des Bundesministeriums der Justiz.

In einer aktuellen Studie wurde unter anderem untersucht, welche Themen junge Erwachsene für wichtig halten, um gut für das Leben vorbereitet zu sein. Ein Ergebnis zeigt, dass neben der Gesundheit auch der Bereich der Finanzen hier einen Spitzenplatz einnimmt.

Finanzen sind für junge Leute ein wichtiges Thema


27.09.2021 (verpd) || Das Thema Finanzen spielt für einen Großteil, nämlich für 90 Prozent der jungen Leute eine große Rolle im Leben und liegt damit nur knapp hinter dem Bereich Gesundheit und Ernährung. Unterstrichen wird das Interesse an dem Finanzbereich auch damit, dass bereits neun von zehn der 18- bis 29-Jährigen Geld zurücklegen. Es gibt aber auch Kritik der jungen Generation auf diesem Gebiet, wie eine Umfrage belegt.

Das Markt- und Meinungsforschungs-Unternehmen Forsa Politik und Sozialforschung GmbH hat für eine Investmentgesellschaft untersucht, welche Themen die junge Generation als wichtig einschätzen, um gut auf das Leben vorbereitet zu sein. Dazu wurden Mitte dieses Jahres über 2.000 18- bis 29-Jährige hierzulande online befragt.

Ein Ergebnis der nach Angaben der Studienautoren repräsentativen Umfrage: Das Thema Finanzwissen sehen neun von zehn Befragten als lebensrelevant an. Damit erreicht dieses Thema den zweiten Platz knapp hinter dem Bereich „Gesundheit und Ernährung“ mit einer Nennung von 91 Prozent. Auf den Rängen drei und vier finden sich die Themen „Technik und IT“ (81 Prozent) sowie „Wirtschaft und Politik“ (79 Prozent).

Hohe Sparbereitschaft

Unterstrichen wird die Bedeutung der Finanzthemen für die junge Generation durch eine weitere Umfrageerkenntnis: Laut der Befragung sparen neun von zehn jungen Erwachsenen. Dabei legen fast sechs von zehn Befragten regelmäßig etwas zurück. Noch höher ist der Anteil bei den jungen Erwerbstätigen – hier sind knapp drei von vier Umfrageteilnehmern kontinuierliche Sparer.

Von den Befragten bestritten fast sechs von zehn ihren Lebensunterhalt durch die eigene Berufstätigkeit oder Ausbildung und drei von zehn waren auf die Unterstützung der Familie angewiesen.

Zudem finanziert jeder fünfte Umfrageteilnehmer sein Leben durch Neben- oder Minijobs, jeder achte durch Ersparnisse und jeder 17. lebt von BAföG, Stipendium oder Studienkrediten.

Kritik an der Vermittlung von Finanzwissen

Es gibt von der jungen Generation aber auch einen Kritikpunkt beim Thema Finanzen, nämlich die Wissensbildung zu diesem Bereich. Fast sechs von zehn Befragten beschäftigen sich häufig oder manchmal mit Geld- und Finanzthemen, bei den jungen Erwerbstätigen sind es sogar 67 Prozent.

Doch nur knapp jeder fünfte Befragte schätzt sein Finanzwissen als gut oder sehr gut ein. Über ein Drittel der jungen Erwachsenen geht davon aus, dass ihr Wissen dazu befriedigend bis ausreichend ist und mehr 40 Prozent gaben an, mangelhafte oder ungenügende Kenntnisse auf diesem Gebiet zu haben.

Die Verantwortung für die Vermittlung von Finanzwissen liegt nach Ansicht der meisten jungen Erwachsenen vor allem bei den Schulen, gefolgt von den Eltern. Während die Eltern bei der Wissensvermittlung im Bereich Finanzen jedoch von den Befragten eine Durchschnittsnote von 2,8 erhalten, sehen die jungen Erwachsenen diesbezüglich deutliche Mängel in der Schulbildung – die Schule wurde hier mit 4,8 als mangelhaft bewertet.

Die individuell passende Finanzstrategie

Auch wer jung ist, möchte, wenn er schon Geld zurücklegt, möglichst effizient sparen. Dazu sollte man seine finanzielle Situation gründlich analysieren.

Ein Versicherungsexperte kann diesbezüglich mit entsprechenden Berechnungen, Übersichtshilfen und Hinweisen zu möglichen staatlichen Unterstützungen beispielsweise in Form von Geldzulagen und/oder Steuervergünstigungen für einen Vermögensaufbau weiterhelfen.

Zudem bietet die Versicherungswirtschaft je nach Sparziel und persönlicher Vorsorgestrategie individuell passende Anlage- und Absicherungslösungen an.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892

Anders als in den meisten Vorjahren steigen nicht alle Rechengrößen in der Sozialversicherung. Dadurch haben einige Gutverdiener, anders als in den meisten Vorjahren, in 2022 keine höhere Sozialabgabenlast im Vergleich zu 2021.

Gute Nachricht für Gutverdiener


20.09.2021 (verpd) || Wie jedes Jahr werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung, die ab 1. Januar 2022 gelten, gemäß der Einkommensentwicklung zum vorvergangenen Jahr der Gültigkeit angepasst. Einige Grenzwerte bestimmen unter anderem, bis zu welchem maximalen Jahresbruttoeinkommen die Berechnung der Sozialversicherungen erfolgt. Anders als in den meisten Vorjahren werden einige dieser Grenzwerte nicht erhöht. Verantwortlich dafür ist die Lohnentwicklung im Jahr 2020.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat kürzlich den Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2022 veröffentlicht. Zu diesen Rechengrößen zählen zum Beispiel die Beitragsbemessungs-Grenzen (BBG) der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosen-Versicherung. Die BBG-Werte legen fest, bis zu welcher Verdienstobergrenze die Beiträge zur jeweiligen Sozialversicherung erhoben werden. Ist das Bruttoeinkommen höher, errechnet sich der zu zahlender Sozialversicherungs-Beitrag maximal aus der festgelegten BBG.

Die BBG-Werte werden nach den gesetzlichen Vorgaben entsprechend der Lohn- und Gehaltsentwicklung in 2020 im Vergleich zu 2019 angepasst. Da nach BMAS-Angaben die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im gesamten Bundesgebiet um 0,15 Prozent und in den alten Bundesländern um 0,34 Prozent sanken, werden – anders als in den letzten Jahren üblich – viele der Rechengrößen für die Sozialversicherungen nicht erhöht.

Beitragsbemessungs-Grenzen bleiben gleich oder sinken

Beispielsweise bleibt laut dem Referentenentwurf die bundesweit einheitliche BBG in der gesetzlichen Krankenversicherung gleich und beträgt auch in 2022 wie bereits in 2021 58.050 Euro jährlich beziehungsweise 4.837,50 Euro monatlich. Das heißt, Arbeitnehmer, die mehr verdienen als dieser Grenzwert, müssen für den Betrag, der über diesem BBG-Wert liegt, keine Krankenversicherungs-Beiträge an die Krankenkasse zahlen.

In der allgemeinen Rentenversicherung und in der gesetzlichen Arbeitslosen-Versicherung sinkt dem Entwurf zufolge die BBG in den alten Bundesländern von 7.100 auf 7.050 Euro im Monat beziehungsweise von 85.200 auf 84.600 im Jahr. Wer als Arbeitnehmer ein höheres Bruttogehalt hat als die geänderte BBG, muss aufgrund der Herabsetzung der BBG etwas weniger Sozialabgaben zahlen. Die BBG für diese beiden Sozialversicherungen war zuvor kontinuierlich angestiegen. Der aktuelle Betrag liegt um etwa ein Fünftel höher als vor zehn Jahren.

Nur in Ostdeutschland gibt es einen moderaten Anstieg

In den neuen Ländern erhöht sich hingegen die BBG für die Renten- und Arbeitslosen-Versicherung von 6.700 auf 6.750 im Monat beziehungsweise von 80.400 auf 81.000 Euro im Jahr. Doch auch hier ist der Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren auf einem niedrigen Niveau. Denn seit 2009 hat es bis 2020 immer eine Erhöhung zwischen 50 und 300 Euro im Monat beziehungsweise 600 und 3.600 Euro im Jahr gegeben.

Der Entwurf der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2022“ wird erfahrungsgemäß im Oktober vom Bundeskabinett in der Regel ohne Änderung verabschiedet werden. Formal muss der Bundesrat der Verordnung zwar noch zustimmen, dies gilt aber als reine Formsache, da die Veränderung der Grenzwerte festen gesetzlichen und mathematischen Vorgaben folgt.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892

Mit einer staatlich geförderten Altersvorsorge in Form eines Basis- oder Rürup-Rentenvertrages können Selbstständige, aber auch gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte von steuerlichen Vorteilen profitieren. Seit Jahren steigt die Anzahl der Verträge.

Immer mehr setzen bei der Altersvorsorge auf die Basisrente


20.9.2021 (verpd) || Selbstständige, aber auch Angestellte und Beamte können mit einem staatlich geförderten Basis-Rentenvertrag, auch Rürup-Rente genannt, für das Alter vorsorgen und gleichzeitig auch Steuern sparen. Letztes Jahr ist die Anzahl der Verträge auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

Nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Beamte und Selbstständige gibt es eine staatlich geförderte Altersvorsorge. Möglich ist dies unter anderem mit dem Abschluss eines Basis- beziehungsweise Rürup-Rentenvertrages. Es handelt sich hier um eine private, kapitalgedeckte Rentenversicherung, bei der der Versicherte nach Erreichen einer vertraglich festgelegten Altersgrenze eine lebenslange monatliche Rente ausgezahlt bekommt. Für Basis-Rentenverträge, die ab 2012 geschlossen wurden, ist der früheste Rentenbeginn ab dem 62. Lebensjahr möglich.

Dass diese Altersvorsorgevariante, die seit 2005 angeboten wird, für viele interessant ist, zeigt die seit Jahren steigende Anzahl der bestehenden Verträge. Während 2010 noch 1,28 Millionen Basis-Rentenverträge bestanden, waren es 2015 bereits 1,97 Millionen und 2020 2,40 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der bestehenden Basis-Rentenverträge in 2019 wie auch in 2020 um jeweils 3,2 Prozent gestiegen. Sinnvoll ist diese Form der Altersvorsorge unter anderem für Gutverdiener, da die staatliche Förderung in Form einer Steuererleichterung erfolgt.

In diesem Jahr bis zu 23.700 Euro steuerlich absetzbar

Im Detail können Personen, die eine Basisrente abgeschlossen haben, einen bestimmten prozentualen Anteil der eingezahlten förderfähigen Jahresprämie als Sonderausgaben steuerlich absetzen und damit ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Die förderfähige Jahresprämie entspricht dem Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gemäß Paragraf 10 Absatz 3 EStG (Einkommensteuergesetz) – 2021 sind das 25.787 Euro.

Nach den gesetzlichen Vorgaben erhöht sich der prozentuale Anteil der steuerabzugsfähigen Prämien seit 2005 – damals waren noch 60 Prozent steuerlich abzugsfähig – jährlich um zwei Prozent, bis im Jahr 2025 schließlich 100 Prozent erreicht sind. Für 2021 sind somit 92 Prozent der Jahresprämie, maximal jedoch 25.787 Euro steuerlich absetzbar.

Somit kann eine Person, wenn sie in diesem Jahr 25.787 Euro oder mehr als Jahresprämie in einen Basis-Rentenvertrag einzahlt, 23.724 Euro (92 Prozent von 25.787 Euro) von der Steuer absetzen. Bei zusammen veranlagten Ehegatten ist der maximale Sonderausgabenabzug insgesamt doppelt so hoch, also 47.448 Euro.

Das kann im Organspendeausweis bestimmt werden

Unter anderem lässt sich in einem Organspendeausweis festlegen, ob man einer Organ- und Gewebespende entweder generell zustimmt oder ablehnt. Man kann die Organspende auch auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken oder generell die Entscheidung auf eine bestimmte Person wie den Ehepartner übertragen.

Bisher konnte der Organspendeausweis an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt werden. Ab März 2022 wird es voraussichtlich möglich sein, sich bei einem Onlineregister, geführt vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), zu registrieren. Grundsätzlich kann man seine Meinung jedoch jederzeit revidieren und entweder den bisherigen Organspendeausweis vernichten oder sich einen neuen Ausweis mit geänderten Vorgaben ausstellen lassen.

Außerdem sollen die Ausweisstellen von Bund und Ländern den Bürgern künftig bei der Beantragung, Verlängerung oder Abholung von Personalausweisen, Pässen oder Passersatzpapieren Aufklärungsmaterial und Organspendeausweise aushändigen oder übermitteln. Dabei wird auf weitere Informations- und Beratungsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit, sich vor Ort oder später in das Onlineregister einzutragen, hingewiesen.

Flexible Gestaltungs-Möglichkeiten

Es steht jedem Förderberechtigten weitestgehend frei, wann und wie viel er in seinen Basis-Rentenvertrag einzahlt. Je nach Vertragsgestaltung sind eine Monats-, Jahres- oder auch Einmalprämie möglich. Wenn notwendig oder gewünscht, zum Beispiel bei vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten, kann der Rürup-Rentenvertrag auch längere Zeit beitragsfrei gestellt werden, ohne dass die steuerliche Förderung bei Wiedereinsetzen der Prämienzahlung eingebüßt wird.

Neben der Steuerersparnis während des Erwerbslebens und der Vorsorge für das Alter ermöglicht ein solcher Basis-Rentenvertrag je nach Vertragsgestaltung auch eine zusätzliche Hinterbliebenen- und/oder Berufsunfähigkeits-Absicherung.

Grundlegende Details zur Basis-Rentenversicherung wie Rechenbeispiele bis hin zu Informationen, welche Personengruppen besonders von dieser Altersvorsorgevariante profitieren, enthalten der Webauftritt und eine Broschüre des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Wer wissen möchte, welche individuellen Vorteile ein Basis-Rentenvertrag haben kann, sollte sich von einem Versicherungsvermittler ausführlich beraten lassen.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH • Rathausstr. 15 • 22926 Ahrensburg • Deutschland Telefon +49 (0)4102 7777880 • E-Mail kontakt@versicherungsjournal.de • www.versicherungsjournal.de Geschäftsführer Claus-Peter Meyer • Handelsregister Ahrensburg HRB 4295 • USt-ID DE207950892

Die statistischen Daten der Deutschen Rentenversicherung belegen, dass das Renteneintrittsalter, ab dem die Bürger erstmals eine gesetzliche Altersrente beziehen, steigt. Zudem gibt es diesbezüglich einen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Altersrente: Wie alt die Bürger im Schnitt beim Renteneintritt sind


13.09.2021 (verpd) || Nicht zuletzt führen auch die bereits getroffenen Regelungen bei der gesetzlichen Altersrente dazu, dass die Bürger aktuell deutlich später in Rente gehen als noch vor Jahren. Während in früheren Zeiten die Männer im Schnitt etwas älter waren beim Renteneintritt, hat sich dies seit rund fünf Jahren geändert. Dies zeigen Statistiken der Deutschen Rentenversicherung.

Letztes Jahr haben mehr als 829.000 Bürger erstmalig eine gesetzliche Altersrente erhalten. Das Durchschnittsalter lag bei knapp 64,2 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Neurentner sogar einen Monat früher in Rente gegangen – 2019 lag das Renteneintrittsalter im Schnitt noch bei 64,3 Jahren. Vergleicht man jedoch die Jahre zuvor, wird deutlich, dass tendenziell das Alter, ab dem die Bürger in den Ruhestand wechseln, steigt, wie die veröffentlichte Statistik der Deutschen Rentenversicherung (DRV) belegt.

Im Jahr 2000 lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter noch bei 62,3 Jahren. Damals haben die Bürger somit fast zwei Jahre früher erstmalig eine Altersrente erhalten als in 2019 oder 2020. Auch 2010 und 2011 waren die Neurentner beim Erstbezug der Rente im Schnitt 63,5 Jahre alt. Danach lag das durchschnittliche Rentenalter in jedem Jahr bei mindestens 64 Jahren und darüber. Doch auch zwischen den Geschlechtern gab es deutliche Änderungen beim Renteneintrittsalter.

Männer im Schnitt jünger als Frauen beim Renteneintritt

Während von 2006 bis 2012 Männer in dem Jahr, in dem sie in den Ruhestand wechselten, im Schnitt bis zu sechs Monate jünger waren als Frauen, die erstmals eine Altersrente bezogen, hat sich dies gewandelt. 2020 sind die männlichen Neurentner durchschnittlich mit nicht ganz 64,1 Jahren in Rente gegangen, bei den weiblichen Neurentnern lag im gleichen Jahr das Renteneintrittsalter im Schnitt dagegen bei über 64,2 Jahren.

Diese Entwicklung des tendenziell späteren Renteneintritts und auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen hat mehrere Ursachen. Zum einen gibt es Altersrentenarten, bei denen zwar bereits ein früher Renteneintritt möglich war, die heute aber nur noch von wenigen beantragt werden können, weil sie auf bestimmte Geburtsjahrgänge beschränkt wurden. So gibt es beispielsweise die Altersrente für Frauen, bei der ein Renteneintritt bereits mit dem 60. Lebensjahr möglich ist, nur noch für Frauen, die vor 1952 geboren wurden.

Aufgrund der Voraussetzungen kann diese Altersrente nur noch von wenigen Frauen beantragt werden. Bisher war diese Altersrentenart jedoch sehr beliebt. Ende letzten Jahres erhielten 3,32 Millionen Personen und damit knapp 18 Prozent aller Altersrentner und sogar fast ein Drittel aller weiblichen Rentenbezieher eine Altersrente für Frauen. Doch nur 0,2 Prozent aller Neurentner beziehungsweise 735 Frauen hatten 2020 eine solche Rente erstmalig erhalten.

Gesetzliche Altersgrenze für die Rente steigt

Zum anderen wird von 2012 bis 2031 die gesetzlich vorgegebene Altersgrenze, ab der man frühestens in Rente gehen kann, bei allen anderen Rentenarten schrittweise erhöht. Eine reguläre Altersrente bekommt zum Beispiel, wer in der gesetzlichen Rentenversicherung eine Mindest-Versicherungszeit von fünf Jahren (Wartezeit) erfüllt und die geltende Altersgrenze erreicht hat. Seit 2012 wird die Altersgrenze für die reguläre Altersrente für alle, die ab 1947 geboren sind, vom 65. auf das 67. Lebensjahr schrittweise angehoben.

Personen, die 1951 oder 1952 geboren sind, hatten die Möglichkeit, sofern sie die sonstigen Voraussetzungen wie eine 45-jährige Wartezeit erfüllten, bereits mit 63 Jahren eine abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte zu erhalten. Seit 2016 wird für alle später Geborenen das Renteneintrittsalter für diese abschlagsfreie Rentenart vom 63. auf das 65. Lebensjahr angehoben. Zwar kann man auch eine Altersrente für langjährig Versicherte nach einer 35-jährigen Wartezeit bereits mit 63 Jahren in Anspruch nehmen.

Aufgrund der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters für eine abschlagsfreie Rente erhöhen sich mit einem späteren Geburtsjahr jedoch die Rentenabschläge bei einem Renteneintritt mit 63 Jahren. Während im Schnitt die Neurentner mit dieser Rentenart in 2015 noch mit 63,0 Jahren in Rente gegangen sind, waren sie letztes Jahr fast 63,4 Jahre alt. Auch bei der Altersrente für Schwerbehinderte gibt es eine schrittweise Anhebung der Altersgrenze. Damit stieg zum Beispiel das durchschnittliche Renteneintrittsalter von 61,9 Jahren in 2015 auf fast 62,5 Jahre in 2020.

Für eine sinnvolle Planung

Wer plant, dass er weder bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze arbeiten möchte noch im Rentenalter erwerbstätig sein will, sollte vorzeitig privat vorsorgen. Denn zum einen entspricht die Höhe der gesetzlichen Rente in der Regel nicht einmal der Hälfte des bisherigen Einkommens. Zum anderen ist je nach erreichter Wartezeit auch ein früherer Renteneintritt möglich, aber nur durch eine Kürzung der Rente in Form von Abschlägen, die für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt.

Wie hoch die voraussichtliche gesetzliche Rente eventuell unter Berücksichtigung der Abschläge tatsächlich sein wird und welche individuellen, teils staatlich geförderten Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen, können bei einem Versicherungsexperten erfragt werden.

Um auch im Rentenalter seinen Lebensstandard halten zu können, ist es wichtig, dass der Rentenbeginn und die Höhe der garantierten Rente einer privaten Rentenvorsorge auf das gewünschte Renteneintrittsalter abgestimmt werden.

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