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Aktuelle Marktkommentare

Unsere Marktkommentare liefern fundierte Einschätzungen zu wirtschaftlichen Trends, Finanzmärkten und politischen Rahmenbedingungen – kompakt, verständlich und auf den Punkt.


22. Juni 2026

Infrastruktur: Solides Fundament mit guten Renditechancen

Jahrelang haben viele Industriestaaten ihre Straßen, Brücken und Energienetze vernachlässigt. Nun dulden Sanierungen der Infrastruktur keinen weiteren Aufschub mehr. Für Anleger eröffnet sich damit ein Segment mit stabilen Ertragsaussichten über viele Jahre.

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Infrastruktur: Solides Fundament mit guten Renditechancen

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 22. Juni 2026 – Infrastruktur ist selten glamourös. Wasserrohre, Strommasten und Autobahnbrücken interessieren kaum jemanden – vorausgesetzt, sie funktionieren. Doch das ist lange her, heute ist vielerorts der Ärger über marode Straßen und unzulängliche Versorgernetze groß. In den Konsolidierungsjahren nach der Finanzkrise 2008 fuhren viele Staaten ihre Infrastrukturbudgets systematisch zurück, Instandhaltungen wurden auf die lange Bank geschoben.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert den öffentlichen Investitionsstau allein in Deutschland auf mehr als 600 Milliarden Euro. Die OECD schätzt den weltweiten Infrastrukturbedarf bis 2040 auf rund 95.000 Milliarden US-Dollar. Darunter leiden nicht nur Verbraucher, sondern vor allem auch die Wirtschaft, die verlässliche Transportwege, mehr Energie und moderne digitale Vernetzung benötigt.

Hohe Investitionen in ganz Europa
Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi mahnte bereits in seinem Wettbewerbsfähigkeitsbericht 2024 eindringlich: Ohne massive Infrastrukturinvestitionen drohe Europa dauerhaft den Anschluss zu verlieren. Inzwischen haben viele Regierungen erkannt, dass die notwendigen Investitionen keinen weiteren Aufschub mehr dulden. Die EU hat Infrastruktur zum Kern ihrer Wettbewerbsstrategie erklärt.

Konkrete Großprojekte verdeutlichen das Ausmaß: In Deutschland sieht der Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur bis 2037 Investitionen von mehr als 320 Milliarden Euro im Stromnetz vor. In Frankreich investiert der staatliche Netzbetreiber RTE bis 2035 rund 100 Milliarden Euro in Modernisierung und Ausbau. Der niederländische Netzbetreiber Tennet stemmt bis 2028 ein Investitionsprogramm von mehr als 55 Milliarden Euro. Im Verkehrsbereich sticht der Brenner-Basistunnel hervor: Deutschland, Österreich und Italien finanzieren das Megaprojekt gemeinsam mit einem Gesamtvolumen von rund neun Milliarden Euro.

Verkehrswege im Mittelpunkt
Und im Haushaltsplan der Bundesregierung sind allein bis 2029 rund 169 Milliarden Euro aus dem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität vorgesehen, mit denen Straßen, Brücken, das Schienennetz und Wasserstraßen saniert und die Digitalisierung vorangetrieben werden sollen. Die EU stellt über die Connecting Europe Facility bis 2027 zusätzlich rund 25,8 Milliarden Euro allein für Verkehrsprojekte bereit.

KI treibt den Strombedarf – und noch viel mehr
Hinzu kommt der stark steigende Strombedarf der Rechenzentren, der auf Netze trifft, die für diese Lastspitzen nicht gebaut wurden. Energieversorger und Netzbetreiber stehen damit vor einer doppelten Aufgabe: einerseits die Energiewende zu gestalten, andererseits den durch KI ausgelösten Nachfrageschub zu bedienen. Für Unternehmen wie etwa Netzbetreiber, Stromerzeuger aus erneuerbaren Quellen, Rechenzentrumsbetreiber, Software- und Cloudanbieter oder Kühlsystemhersteller bedeutet das im Idealfall eine planbare und langfristige Nachfrage. Ein Umstand, der diese Konzerne auch für Anleger zunehmend attraktiv macht.

Darauf sollten Anleger achten
Die hohen staatlichen Budgets für die Modernisierung der Infrastruktur schlagen sich inzwischen auch in den Investitionsplänen großer Versorger in ganz Europa nieder. Viele dieser börsennotierten Unternehmen investieren in den kommenden Jahren enorm hohe Summen in Straßen, Brücken, erneuerbare Energien, Netzausbau und Stromnetze.

Und was bedeutet das nun für Anleger? Wer einen stabilen und langfristigen Infrastrukturtrend erwartet, sollte bei Aktien und Anleihen die in Frage kommenden Unternehmen gewissenhaft auswählen und auf solide Cash-Flows achten. Alternativ eignen sich für ein Engagement in Infrastrukturunternehmen auch aktiv gemanagte Fonds, die gezielt regulierte Infrastrukturunternehmen auswählen und flexibel auf sich verändernde Investitionszyklen reagieren. Gepaart mit einer breiten Diversifikation über verschiedene Länder und Branchen können sie einen wichtigen Beitrag zur positiven Vermögensentwicklung leisten.

19. Mai 2026

Schwellenländer-Investments gewinnen an Bedeutung

Das dürfte Schwellenländer-Anlegern gefallen. Nachdem zahlreiche Märkte der Schwellenstaaten in den vergangenen Jahren nicht gerade vor Kraft strotzten, präsentieren sich die Börsen seit Mitte 2025 wieder deutlich robuster. Ein Trend, der noch eine Weile anhalten könnte. Ein Selbstläufer sind Investments in Aktien und Anleihen aus den Emerging Markets aber nicht. Wo sich Chancen bieten und worauf Anleger achten sollten.

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Schwellenländer-Investments gewinnen an Bedeutung

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 19. Mai 2026 – Der US-israelische Angriff auf den Iran, der anhaltende Ukraine-Krieg, hohe Ölpreise, Zölle und ein global eher verhaltenes Wirtschaftswachstum. Kurzum: Die geopolitische und wirtschaftliche Gemengelage ist weiterhin herausfordernd. Dennoch verzeichnete das Gros der Aktienmärkte in den Schwellenstaaten zuletzt teils kräftige Anstiege. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Reihe nach. Rückenwind erhalten die Märkte der prosperierenden Schwellenländer schon seit geraumer Zeit vom recht schwachen Dollar. Grund: Viele Emerging Markets sind in Dollar verschuldet; wertet der Greenback aber ab, verringert das die Belastung der Fremdwährungsschulden für viele Nationen, während die Gewinne lokaler Unternehmen zunehmen. Doch nicht nur der Dollar beschert Schwellenländer-Börsen derzeit eine gute Ausgangslage. Auch strukturelle Reformen, ein vergleichsweise hohes Wachstum und eine kluge Zinspolitik bieten die Basis für eine nachhaltige Erholung. Zudem profitieren einige Schwellenländer von ihrer wichtigen Rolle bei strategischen Rohstoffen, die für Digitalisierung, Elektromobilität und Künstliche Intelligenz benötigt werden.

Schwellenstaat ist nicht gleich Schwellenstaat
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Anleger jetzt wahllos in die Emerging Markets investieren sollten. Richtig ist zwar, dass die Schwellenländer laut dem Internationalen Währungsfonds 2026 mit geschätzten 3,9 Prozent ein höheres Wirtschaftswachstum aufweisen werden als die Industriestaaten, denen ein Plus von 1,8 Prozent vorhergesagt wird. Allerdings findet innerhalb des Schwellenländer-Universums derzeit eine Verschiebung statt. Indien beispielsweise hat sich fest als globaler Wachstumsmotor etabliert und könnte auch künftig von einer jungen Bevölkerung sowie hohen Investitionen in die Infrastruktur oder Künstliche Intelligenz profitieren. Auch in Südostasien ergeben sich neue Chancen. Länder wie Vietnam und die Philippinen gewinnen zunehmend Marktanteile in der globalen Fertigung, da internationale Konzerne ihre Lieferketten diversifizieren und Abhängigkeiten – beispielsweise von China – zugunsten dieser Länder reduzieren.

In Lateinamerika sticht hingegen Mexiko hervor, das durch die räumliche Nähe zum US-Markt vom Trend zum Nearshoring profitiert, also der Verlagerung von Produktionsstätten in die Nähe großer Absatzmärkte. Brasilien wiederum punktet durch seine führende Rolle bei Agrargütern und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Differenzierter fällt derzeit der Blick auf China aus. Kurzfristig belasten schwächere Konsumausgaben, geopolitische Spannungen sowie der Handelskonflikt mit den USA die wirtschaftliche Dynamik des Landes. Die Immobilienkrise ist zwar größtenteils durchgestanden und daher nicht mehr so präsent, allerdings können auch hier nochmal vereinzelt negative Entwicklungen entstehen. Dadurch hat sich die Stimmung vieler internationaler Investoren gegenüber chinesischen Aktien zuletzt eingetrübt.

Langfristig bleibt China jedoch ein zentraler Akteur innerhalb der globalen Technologie- und Innovationslandschaft. Gemeinsam mit anderen asiatischen Staaten wie Indien, Südkorea und Taiwan investiert das Land massiv in Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen nimmt China weiterhin eine Schlüsselrolle bei KI-Patenten, Plattformtechnologien und der Produktion leistungsfähiger Hardware ein. Die für diese Sektoren benötigten „seltenen Rohstoffe“ befinden sich zum großen Teil in Chinas Besitz. Andere asiatische Volkswirtschaften profitieren zugleich von der weltweit steigenden Nachfrage nach Chips und digitalen Dienstleistungen. Für Anleger eröffnen sich dadurch zusätzliche Chancen in technologieorientierten Emerging-Markets-Sektoren.

Diese Beispiele verdeutlichen: Die Emerging Markets sind kein homogener Block. Interessierte Anleger müssen also genau hinschauen und ihren Fokus auf jene Regionen richten, die von globalen Trends wie etwa der Energiewende oder der Neuordnung des Welthandels profitieren können.

Geldpolitische Souveränität als Stabilitätsanker
Ein wesentlicher Grund für die aktuelle Stärke der Schwellenländer liegt auch in der vorausschauenden Politik ihrer Zentralbanken. Im Gegensatz zu vielen Notenbanken in den Industrienationen haben die Währungshüter in Ländern wie Brasilien, Chile oder Mexiko bereits vergleichsweise früh auf den Inflationsdruck der vergangenen Jahre reagiert und ihre Leitzinsen erhöht. Durch diese konsequente Geldpolitik liegen die Zinsen nun teils über der Inflationsrate, der Realzins ist also positiv.

Für Anleger an den Rentenmärkten der Emerging Markets ergibt sich daraus ein doppeltes Chancenprofil. Zum einen locken hohe laufende Erträge durch attraktive Zinskupons. Zum anderen besteht Kursgewinnpotenzial, wenn die lokalen Notenbanken im Zuge sinkender Inflationsraten die Zinsen wieder lockern können. Dies macht Anleihen in Lokalwährungen derzeit zu einem vielversprechenden Baustein in einem diversifizierten Portfolio.

Darauf sollten interessierte Anleger achten
Trotz der grundsätzlichen Aussicht auf attraktive Renditechancen an den Aktien- und Rentenmärkten in den Schwellenländern, sollte Anlegern aber klar sein, dass Emerging Markets-Investments nach wie vor eine höhere Volatilität aufweisen. Eine breite Streuung über Länder und Sektoren hinweg ist demnach unerlässlich, um das Gesamtrisiko des Portfolios im Zaum zu halten.

Für Anleger empfiehlt sich eine ausgewogene Strategie, die sowohl Aktien als auch Rentenpapiere berücksichtigt. Dabei sollte der Fokus auf einer langfristigen Perspektive liegen, die kurzfristige Kursschwankungen aushält. Für die komplexeren Regionen könnten dabei vor allem Investments in ausgesuchte Fonds eine gute Wahl sein. Wer die Schwellenländer als festen Bestandteil seiner Asset Allocation begreift und dabei die Risiken im Blick behält, kann an den attraktiven Wachstumschancen dieser dynamischen Regionen partizipieren. Kurzum: Emerging-Market-Investments bieten sich durchaus als Beimischung in einem ausgewogenen Wertpapierportfolio an.

23. April 2026

Vermögensaufbau in Zeiten volatiler Börsen: Diese fünf Fehler sollten Anleger unbedingt vermeiden

An den internationalen Finanzmärkten erleben wir derzeit eine Phase erhöhter Nervosität mit teils kräftigen Kursschwankungen. Viele Anleger verlieren in solchen Marktphasen häufig die Nerven und realisieren Verluste, um verbliebene Vermögenswerte „zu retten“. Doch die Börsenhistorie lehrt, dass Kursverluste kein Zeichen für ein nachhaltiges Scheitern von Börseninvestments sein müssen, sondern ein natürlicher Teil des Zyklus. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, muss die Psychologie der Märkte verstehen und einen kühlen Kopf bewahren. Vor allem in unruhigen Zeiten sollten Anleger fünf typische Fehler vermeiden.

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Vermögensaufbau in Zeiten volatiler Börsen: Diese fünf Fehler sollten Anleger unbedingt vermeiden

Aktuelle Markteinschätzung von Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ

Düsseldorf, 23. April 2026 – Kursschwankungen, im Fachjargon Volatilität genannt, sind gewissermaßen der Preis für die Chance auf attraktive Renditen von Börseninvestments. Die Renditechancen am Aktienmarkt liegen historisch betrachtet deutlich über dem Niveau von risikoarmen Anlagen wie Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Doch in Phasen sinkender Kurse verfallen viele Anleger häufig vorschnell in Panik und verkaufen überhastet ihre Wertpapiere.

Dieses emotionale Handeln entpuppt sich im Nachhinein oft als gravierender Anlegerfehler. Ein strategischer Vermögensaufbau basiert nicht allein auf dem Erraten kurzfristiger Trends, sondern vor allem aus einer strukturierten Vorgehensweise und einem langen Anlagehorizont. Auch wenn der Blick in die Vergangenheit kein Garant für die Zukunft ist, sprechen die historischen Börsendaten für sich: Wer in der Vergangenheit beispielsweise 15 Jahre lang in den DAX investiert war, hat am Ende dieser Zeit noch nie einen Verlust erlitten. Im Durchschnitt lag die Rendite in solchen Zeiträumen bei etwa acht bis neun Prozent pro Jahr.

Warum Market Timing meist scheitert
Eine hohe Durchschnittrendite über 15 Jahre bedeutet jedoch auch, dass einzelne Jahre mal besser und mal schlechter abschneiden, auch Verlustjahre können also darunter sein. Ein häufiger Fehler ist der Versuch, den perfekten Zeitpunkt für den Ein- oder Ausstieg zu finden – eine Herangehensweise, die auch als „Market Timing“ bekannt ist. Die Realität zeigt jedoch, dass dies selbst institutionellen Investoren kaum dauerhaft gelingt. Wer sich in unruhigen Marktphasen von seinen Investments trennt, verpasst oft die stärksten Erholungstage, die häufig direkt auf große Kursverluste folgen.

Und: Wer die wenigen Tage mit besonders hohen Gewinnen verpasst, generiert auf lange Sicht eine deutlich niedrigere Rendite als Anleger, die auch in turbulenten Phasen die Ruhe bewahren. Ein disziplinierter Ansatz, etwa das regelmäßige Investieren über Sparpläne oder durch das Festhalten an einer langfristigen Anlagestrategie, ist hier meist überlegen. Durch den Durchschnittskosteneffekt kaufen Anleger mit einem Sparplan bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger – und erzielen damit auf lange Sicht einen attraktiven Durchschnittskurs. Eine langfristige Anlagestrategie profitiert hingegen davon, dass die Börse trotz vorübergehender Schwächephasen in der Regel weiter aufwärts strebt. Kurzfristige Kursverluste fallen dann nicht mehr so stark ins Gewicht.

Die fünf klassischen Fallstricke für Anleger
Um das Vermögen langfristig zu schützen, sollten Anleger die typischen psychologischen Fallen kennen, die in volatilen Zeiten zuschnappen. Panikreaktionen und die Aufgabe einer langfristigen Anlagestrategie aufgrund kurzfristiger Kursverluste gehören zu den häufigsten Anlegerfehlern. Diese fünf Anlegerfehler gilt es zu vermeiden:

1. Panikverkäufe:
Wer bei schlechten Nachrichten und fallenden Kursen verkauft, macht aus einem häufig nur vorübergehenden Buchwertverlust einen endgültigen Kapitalverlust. Solange ein Investment nicht existenzgefährdet ist, ist es in der Regel ratsam, kurzfristige Kursverluste auszusitzen.

2.Mangelnde Streuung:
Einseitige Investments in einzelne Branchen oder Aktien erhöhen das Risiko unnötig. Eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und alternative Investments sowie eine Streuung über Branchen, Regionen und Währungen mindert die Verlustrisiken und sorgt für eine stabilere Rendite.

3.Fehlende Langfristperspektive:
Finanznachrichten sind oft auf Sensation ausgelegt. Für den langfristigen Anlageerfolg ist es erforderlich, das tägliche Marktrauschen auszublenden und sich auf die großen und nachhaltigen Wirtschaftstrends zu fokussieren.

4.Unterschätzte Kosten:
Häufiges Umschichten im Wertpapierdepot kostet jedes Mal Transaktionsgebühren und kann Steuerzahlungen auslösen. Eine bedachte „Buy-and-Hold“-Strategie ist nicht nur kostengünstiger, sondern meist auch rentabler. Merke: Hin und Her macht Taschen leer!

5. Fehlender Notgroschen:
Wer sein gesamtes Geld investiert hat, muss in Krisenzeiten seine Wertpapiere eventuell zu ungünstigen Kursen verkaufen, um private Verpflichtungen zu decken. Eine Reserve von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem sicheren Konto ist daher sehr ratsam.

Beständigkeit führt zum Ziel
Erfolgreiche Geldanlage ist weniger eine Frage des „richtigen Riechers“ und Market Timings. Es ist primär eine Frage einer langfristig angelegten, breit gestreuten Anlagestrategie und ihrer disziplinierten Einhaltung und Adjustierung. Die Weltwirtschaft hat in der Vergangenheit zahlreiche Krisen überstanden und ist stets gestärkt daraus hervorgegangen.

Wer eine klare, breit gestreute Strategie verfolgt und die Ruhe bewahrt, wird langfristig belohnt. Wahre Souveränität am Kapitalmarkt zeigt sich nicht im hektischen Handeln, sondern oft im bewussten Nichthandeln, während andere in Panik geraten. Der Vermögensaufbau ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

Übersicht vergangener Marktkommentare

01. April 2026

Renaissance der Resilienz – was jetzt für Qualitätsaktien spricht

Die globalen Aktienmärkte befinden sich derzeit in einer Art Phase der Neuorientierung. Durch den Iran-Krieg droht eine geopolitische Zäsur, die das bisherige Marktumfeld grundlegend infrage stellen könnte. Nach historisch guten Börsenjahren sorgen nun Versorgungsängste, Inflationsdruck und die Befürchtung vor steigenden Zinsen an den Märkten für Unruhe. In diesem Umfeld rücken Qualitätsaktien wieder in den Fokus.

12. März 2026

Iran-Konflikt: Börse an der Weggabelung

Der US-israelische Angriff auf den Iran belastet die weltweite Wirtschaft – und damit auch die Börse. Wohin sich die einzelnen Märkte in den nächsten Monaten entwickeln, dürfte daher primär von der Entwicklung am Persischen Golf in den nächsten Wochen bestimmt werden.

18. Februar 2026

Was den DAX antreibt

Mitte Januar ein neues Rekordhoch, Ende Januar ein Einbruch: Der deutsche Aktienindex DAX startet mit starken Schwankungen in das Jahr 2026. Welche Richtung schlägt er nun ein? Zwischen KI-Boom, Zinssenkungen, geopolitischen Krisen und hohen Staatsinvestitionen sind die Renditechancen für den deutschen Aktienmarkt womöglich besser, als viele Anleger glauben.

20. Januar 2026

Mischfonds: Sicherheit, Flexibilität und Rendite

Nach 2025 könnte auch das Jahr 2026 ganz im Zeichen von geopolitischen Konflikten, einer schwierigen Wirtschaftslage, hohen Staatsschulden und den Zinsentscheidungen der Notenbanken stehen. Weil es im Fahrwasser dieser Entwicklungen zu kräftigen Kursschwankungen oder auch Korrekturen in allen wesentlichen Assetklassen kommen kann, bieten sich Investments in Mischfonds an. Warum sie sich schon im vorigen Jahr bewährt haben und wie sie in schwankungsanfälligen Märkten agieren.

17. Dezember 2025

Börsenausblick 2026: Herausfordernd, aber auch chancenreich

Für viele Anleger dürfte das Jahr 2025 überwiegend positiv in Erinnerung bleiben, wenngleich die Börse mit der einen oder anderen Herausforderung konfrontiert war. Auch 2026 könnte ein gutes Börsenjahr werden, die Aussichten und die Stimmung unter Investoren machen durchaus Mut. Doch es gibt neue Risiken. Wie sich Anleger strategisch positionieren und welche wesentlichen Risikofaktoren sie genauer im Blick behalten sollten.

17. November 2025

KI-Chancen jenseits der Chiphersteller

Der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) hält seit nunmehr zwei Jahren die Märkte in Atem – und hat Aktien von Halbleiterherstellern und KI-Entwicklern in teils schwindelerregende Höhen katapultiert. Doch nun rückt eine potenziell noch attraktivere Phase des KI-Investitionsbooms in den Mittelpunkt: die erfolgreiche Monetarisierung von KI-Technologien in traditionellen Wirtschaftszweigen. Unternehmen, die KI-Modelle gewinnbringend in ihre Kernprozesse integrieren, sind der Schlüssel zur tatsächlichen Value-Creation – und bieten auf lange Sicht auch für Anleger Chancen.

16. Oktober 2025

Jahresendrally: Kein gutes, sondern ein sehr gutes Börsenjahr

Ein gutes Börsenjahr neigt sich dem Ende zu – und der Aktienmarkt bleibt auf Rekordkurs, obwohl die wirtschaftliche Lage herausfordernd ist. Viele Anleger dürften sich daher fragen, ob es an der Börse noch zur fast schon obligatorischen Jahresendrally kommt, oder ob sie in diesem Winter ausbleibt. Was für und was gegen eine Jahresendrally spricht.

18. September 2025

Saisonale Schwäche als Chance für Umschichtungen

Der September gilt historisch als einer der schwierigsten Monate für die Aktienmärkte – seit Jahrzehnten verzeichnet er im Durchschnitt die schwächste Performance im Jahresverlauf. Die bisherige Entwicklung an den Märkten ist bislang allerdings erstaunlich robust, auch wenn verschiedene Unsicherheitsfaktoren weiterhin Risiken für einen schwächeren Herbstbeginn bergen. Für Anleger könnte dies daher noch eine gute Gelegenheit sein, ihr Portfolio zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

14. August 2025

Über den Tellerrand schauen

Zahlreiche Anleger investieren nur in einige wenige Regionen – allen voran in Deutschland und die USA. Diejenigen, die einen langfristig erfolgreichen Vermögensaufbau anstreben, sollten sich diese Anleger nicht zum Vorbild nehmen. Mehr dazu erfahren sie im neusten Marktkommentar der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ auf.

16. Juli 2025

Vorsichtiger Optimismus zum Start ins zweite Börsenhalbjahr

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und politischer Unsicherheiten zieht es immer mehr internationale Investoren an den deutschen Aktienmarkt. Der DAX zeigt Stärke – getragen von niedrigen Zinsen, staatlichen Investitionen und wachsendem Vertrauen in die neue Bundesregierung. Wer sein Portfolio gegen globale Unsicherheiten absichern möchte, sollte den Blick auf ausgewählte deutsche Aktien richten. Der aktuelle Marktkommentar zeigt, wie Anleger von diesem Comeback profitieren können.

18. Juni 2025

Comeback deutscher Aktien

Kapitalrückflüsse, Reformsignale und Wachstumspotenzial: Deutschland rückt wieder in den Fokus. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und politischer Unsicherheiten zieht es immer mehr internationale Investoren an den deutschen Aktienmarkt. Der DAX zeigt Stärke – getragen von niedrigen Zinsen, staatlichen Investitionen und wachsendem Vertrauen in die neue Bundesregierung. Wer sein Portfolio gegen globale Unsicherheiten absichern möchte, sollte den Blick auf ausgewählte deutsche Aktien richten. Der aktuelle Marktkommentar zeigt, wie Anleger von diesem Comeback profitieren können.

26. MAI 2025

Keine Angst vor US-Techaktien

Technologieaktien nach der Korrektur: Einstieg oder Rückzug? US-Techwerte mussten zuletzt deutliche Rücksetzer verkraften – vor allem durch Trumps aggressive Zollpolitik und neue Konkurrenz aus China. Doch viele Unternehmen konnten sich rasch erholen. Dank starker Marktstellung, hoher Liquiditätsreserven und nachhaltiger Innovationskraft bleiben Technologietitel attraktiv – besonders für Anleger mit langfristigem Horizont. Nermin Aliti analysiert im Marktkommentar, warum sich ein differenzierter Blick auf die US-Techbranche lohnt.

17. APRIL 2025

Vier gute Gründe für deutsche Nebenwerte

Nebenwerte im Aufwind: Warum sich ein Blick auf MDAX und SDAX wieder lohnt. Während der DAX zuletzt glänzen konnte, rücken nun auch die Nebenwerte in den Fokus. Zinssenkungen der EZB, staatliche Investitionsprogramme und eine geringere Exportabhängigkeit machen deutsche Small und Mid Caps wieder interessanter für langfristig orientierte Anleger. Nermin Aliti nennt vier konkrete Gründe, warum gerade jetzt ein günstiger Einstiegszeitpunkt sein könnte – und wie man Risiken durch gezielte Auswahl und Streuung begrenzt.

18. FEBRUAR 2025

US-Nebenwerte: Wann, wenn nicht jetzt?

Warum Small Caps in den USA wieder ins Blickfeld rücken – und was Anleger beachten sollten. US-Nebenwerte haben in den letzten Jahren gegenüber den Tech-Giganten deutlich an Boden verloren. Doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert: Zinssenkungen der Fed, steuerliche Entlastungen und weniger Regulierung unter Präsident Trump könnten jetzt für eine Aufholjagd der sogenannten Small Caps sorgen. Gleichzeitig sollten Investoren die Risiken kleinerer Unternehmen nicht unterschätzen und auf eine breite Streuung setzen. Im aktuellen Marktkommentar beleuchtet Nermin Aliti die Chancen und Herausforderungen für Anleger.

21. JANUAR 2025

Europäische Aktien mit Überraschungspotenzial

Wie Anleger von attraktiven Bewertungen und geldpolitischen Impulsen profitieren können. Zum Start ins Börsenjahr 2025 lohnt sich ein genauer Blick auf europäische Aktien. Während Donald Trump in seine zweite Amtszeit startet und die US-Märkte bereits stark vorgelegt haben, bieten europäische Werte durch günstigere Bewertungen und ein mögliches Zinssenkungsszenario neue Chancen. Insbesondere exportstarke Unternehmen aus Deutschland könnten von einem schwachen Euro profitieren. Auch eine politische Stabilisierung in Europa – etwa durch Neuwahlen in Deutschland – könnte ein wichtiger Katalysator für den Markt sein. Mehr dazu im ausführlichen PDF-Kommentar von Nermin Aliti, LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Leitfäden – Praxiswissen für strategische Entscheidungen.

Unsere Leitfäden unterstützen Sie dabei, komplexe Themen strukturiert zu erfassen – mit Hintergrundwissen, Handlungsempfehlungen und konkreten Anwendungsbeispielen.


28. Mai 2026

Wann der Wechsel in die Private Krankenversicherung vorteilhaft ist

Für Bürgerinnen und Bürger ist die Entscheidung zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) heute komplexer denn je. Doch mit Blick auf die Reformpläne der Bundesregierung dürfte sich nun für einige ein Wechsel in die PKV lohnen. Wann Wechselwillige die Voraussetzungen erfüllen und wie sie finanziellen Folgen richtig abschätzen.

Wann der Wechsel in die Private Krankenversicherung vorteilhaft ist

Düsseldorf, 28. Mai 2026 – Hinter verschlossen Türen und in zahlreichen Sitzungen wurde lange diskutiert und wohl viel gestritten – doch nun ist es soweit: das Bundeskabinett hat Ende April den Reformentwurf zur gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen, dessen finale Verabschiedung Mitte Juli angestrebt wird. Ob der Zeitplan eingehalten wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber schon jetzt, dass sich die Reform auch unmittelbar auf die Geldbeutel der Krankenversicherten auswirken wird. Noch ist die Reform also nicht durch den Bundestag, doch wichtige Eckpunkte stehen – und an allzu vielen Schrauben dürfte nun wohl auch nicht mehr gedreht werden, das Grundgerüst steht.

Mehrkosten für gesetzlich Versicherte
Bereits ohne das Reformpaket ist in der gesetzlichen Krankenversicherung der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf etwa 2,9 Prozent gestiegen – so hoch wie noch nie. „Und mit der Reform werden gesetzlich Versicherte wohl noch stärker zur Kasse gebeten – etwa durch Einschränkungen der kostenlosen Familienversicherung, höhere Zuzahlungen, Leistungskürzungen und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze“, erklärt Carsten Telaar, Krankenversicherungsexperte (DMA) der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Für Gutverdiener bedeutet dies: Die monatliche Belastung durch die Krankenversicherung dürfte neue Höchststände erreichen, während die Versorgung wahrscheinlich eher schlechter wird. Doch es gibt eine Alternative: Die Private Krankenversicherung. Wer die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, bis zu der die Mitgliedschaft in der GKV obligatorisch ist, kann sich angesichts der Entwicklung im Gesundheitswesen durchaus fragen, ob nicht ein Wechsel in die PKV langfristig günstiger und zugleich leistungsstärker ist.

Womit gesetzlich Versicherte rechnen müssen
Weil mit der Versicherungspflichtgrenze auch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze um 3.600 Euro pro Jahr steigen soll, müssen Gutverdiener künftig mit höheren GKV-Beiträgen rechnen. Bislang gilt: Bis zu einem jährlichen Verdienst von 69.750 Euro brutto (inklusive Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld) ist pro Jahr ein Krankenkassenbeitrag von zuletzt 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag zu leisten. Wer mehr verdient, zahlt für das Einkommen oberhalb dieser Grenze keine Krankenkassenbeiträge.

Mit der Gesundheitsreform soll die Beitragsbemessungsgrenze für 2027 jedoch einmalig um 3.600 Euro auf 73.350 Euro brutto im Jahr ansteigen, hinzu kommt noch die turnusmäßige Anpassung der Bemessungsgrenze an die allgemeine Lohnentwicklung. Gesetzlich Versicherte mit einem Einkommen in dieser Größenordnung müssten also höhere Beiträge bezahlen. Schätzungen zufolge könnte die Mehrbelastung in der Kranken- und Pflegeversicherung für die betroffene Gruppe ab 2027 monatlich mehr als 130 Euro betragen. „Steigende Zuzahlungen für Medikamente und Behandlungen sowie ein Zusatzbeitrag für bislang kostenlos mitversicherte Familienmitglieder kämen nach den Reformplänen noch zusätzlich oben drauf“, weiß Versicherungsexperte Telaar.

Guter Zeitpunkt für den Wechsel in die PKV
Angesichts der zu erwartenden Mehrbelastung dürften einige gesetzlich Versicherte über einen Wechsel in eine Private Krankenversicherung nachdenken; dort bemisst sich der Beitrag nach den individuellen Gesundheitsrisiken und dem gewählten Leistungsumfang – und nicht nach dem Einkommen. „Wer noch jung ist und noch keine Vorerkrankungen hat, zahlt in der PKV in der Regel deutlich geringere Monatsbeiträge als gesetzlich Versicherte“, so Carsten Telaar, und fügt hinzu: „Eine frühzeitige Entscheidung in jungen, gesunden Jahren ist aus finanzieller Sicht empfehlenswert, um sich niedrige Einstiegsprämien und den langfristigen Aufbau von Altersrückstellungen zu sichern.“ Die finanziellen Ersparnisse gegenüber der GKV sollten im Idealfall aber nicht in jungen Jahren „verjubelt“, sondern für die zu erwartenden Beitragssteigerungen langfristig angelegt werden. Dann ist auch die Gefahr gering, im Ruhestand – aufgrund der gestiegenen PKV-Beiträge – den Lebensstandard nach unten anpassen zu müssen. „Die Möglichkeiten, die Ersparnisse sinnvoll anzulegen, sind vielfältig und von zahlreichen Faktoren abhängig. Um die individuell bestmögliche Variante zu wählen, ist eine umfassende Beratung sinnvoll“, empfiehlt Carsten Telaar.

Medizinische Vorteile und vertragliche Garantien
Doch die PKV kann nicht nur deutlich günstiger als die GKV sein. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil liegt auch in der vertraglichen Fixierung der Leistungen. Während der Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen durch politische Entscheidungen angepasst werden kann, sind PKV-Leistungen für die gesamte Vertragslaufzeit garantiert. Privatversicherte genießen etwa häufig privilegierten Zugang zu innovativen Therapien und Medikamenten, die im GKV-System oft erst nach langwierigen Prüfverfahren in den Leistungskatalog aufgenommen werden. Darüber hinaus bietet die PKV Komfortleistungen, die die GKV nicht anbietet. Der Anspruch auf Chefarztbehandlung und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer sind in vielen Tarifen Standard. Und: Mit einem Privatstatus erhalten Patienten in der Regel schneller einen Termin bei spezialisierten Fachärzten.

Rechtliche und gesundheitliche Voraussetzungen für den Wechsel
Aber: Ein Wechsel in die PKV ist an gesetzliche Hürden geknüpft. Für Angestellte gilt die Versicherungspflichtgrenze, im Amtsdeutsch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) genannt. Bis zu dieser Einkommensgrenze ist für Angestellte eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung verpflichtend. Nur wer mehr als 77.400 Euro brutto pro Jahr verdient, darf bis Ende 2026 in die PKV wechseln. Dann soll diese Schwelle für 2027 nach den Regierungsplänen weiter steigen: Die Gesundheitsreform sieht vor, die JAEG auf 81.000 Euro im Jahr zu erhöhen. „Der Kreis der gesetzlich-versicherten Angestellten, die in die PKV wechseln dürfen, dürfte somit kleiner werden“, erwartet Krankenversicherungsexperte Telaar. Selbstständige, Freiberufler und Beamte dürfen hingegen wohl weiterhin unabhängig von dieser Verdienstgrenze einer PKV beitreten.
Neben dem Einkommen ist der Gesundheitszustand die zweite große Hürde. Die PKV kalkuliert ihre Beiträge nach dem individuellen Risiko. Vor dem Vertragsabschluss findet daher eine Gesundheitsprüfung statt. Bestehende chronische Erkrankungen oder schwerwiegende Vorerkrankungen führen häufig zu Risikozuschlägen oder können im Extremfall sogar zur Ablehnung führen.

Finanzielle Aspekte und die Kostenentwicklung im Alter
„Für Personen, die keinen Aufschlag zahlen müssen, ist die PKV aber häufig günstiger als die GKV. Da die Beiträge in der GKV prozentual vom Einkommen berechnet werden, zahlen Gutverdiener 2026 inklusive Pflegeversicherung oftmals mehr als 1.000 Euro Beitrag monatlich“, so Telaar. Die Beiträge für eine private Krankenversicherung können bei identischem oder sogar höherem Leistungsniveau einige hundert Euro im Monat darunter liegen.

Ob sich diese Ersparnis langfristig auszahlt, hängt auch von den individuellen Lebensumständen ab. Beispielsweise gibt es in der PKV keine beitragsfreie Familienversicherung. Ehepartner ohne Einkommen und Kinder müssen jeweils separat versichert werden, was die Gesamtkosten für eine Familie deutlich erhöhen kann. Auch altersbedingt zunehmende Gesundheitsrisiken innerhalb der jeweiligen Tarifgruppe des PKV-Anbieters können die Beiträge im Alter steigen lassen. Um diesen Anstieg zu bremsen, werden zehn Prozent zur Beitragsstabilisierung im Alter zurückgelegt. Dennoch sind Beitragserhöhungen nahezu unumgänglich. „Um den Lebensstandard im Alter zu halten, sollten idealerweise möglichst frühzeitig zusätzliche Rücklagen für steigende PKV-Beiträge im Alter geschaffen werden“, rät Experte Telaar.

Schwierige Rückkehr in die gesetzliche Kasse
Wichtig für wechselwillige gesetzlich Versicherte: Ein Systemwechsel in die PKV sollte als dauerhafte Entscheidung begriffen werden. Der Gesetzgeber hat den Rückweg in die GKV bewusst erschwert. Angestellte können nur zurückkehren, wenn ihr Einkommen dauerhaft unter die Versicherungspflichtgrenze fällt, etwa durch einen Wechsel in Teilzeit. Selbstständige müssen ihre Tätigkeit meist komplett aufgeben und eine versicherungspflichtige Anstellung annehmen. Besonders strikt ist die Regelung für Personen über 55 Jahre. Ab diesem Alter ist eine Rückkehr in die GKV besonders schwierig.

Zusammenfassende Bewertung für die Entscheidungsfindung
Die PKV ist kein Instrument zur kurzfristigen Kostenoptimierung, sondern eine Entscheidung für ein langfristig anderes System der Gesundheitsversorgung. Angesichts der demografischen Herausforderungen und der steigenden Belastungen in der GKV bietet sie Schutz vor Leistungskürzungen, erfordert aber auch Eigenverantwortung und eine solide finanzielle Vorsorge. Dann kann sich ein Wechsel in die PKV aber auf Dauer auszahlen.

05. Mai 2026

Vermögenserhalt in herausfordernden Zeiten: Ein Leitfaden für eine risikoarme Anlagestrategie

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und schwankender Märkte rückt für viele Anlegerinnen und Anleger ein Ziel in den Mittelpunkt: der Schutz des mühsam aufgebauten Vermögens. Während spekulative Anlagen oft mit hohen Versprechungen locken, bietet eine konservative Strategie mehr Ruhe und Planbarkeit. Dieser Leitfaden erläutert, wie mit vergleichsweise risikoarmen Finanzprodukten eine stabile Struktur für Ihr Portfolio möglich ist, die Liquidität sichert und Ihr Kapital langfristig vor größeren Verlusten schützt.

Vermögenserhalt in herausfordernden Zeiten: Ein Leitfaden für eine risikoarme Anlagestrategie

Düsseldorf, 05. Mai 2026 – Der Wunsch nach einer konservativen Geldanlage ist nicht zwangsläufig ein Zeichen von mangelndem Mut, sondern Ausdruck von finanzieller Weitsicht. Besonders für Anlegerinnen und Anleger mit substanziellem Vermögen spielt die Sicherung des Lebensstandards und das Bewahren des Kapitals häufig eine größere Rolle als die Chance auf eine hohe, aber riskante Rendite. „Konservativ zu investieren, bedeutet in diesem Kontext aber nicht „ohne Risiko“ – denn jedes Investment birgt gewisse Risiken, und sei es nur der Kaufkraftverlust durch Inflation“, sagt Thomas Kentenich, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Es bedeutet vielmehr, Kursschwankungen – im Fachjargon Volatilität genannt – auf ein Minimum zu reduzieren und eine hohe Planbarkeit der Erträge zu erreichen.

Bevor sich Investierende für ein konkretes Anlageprodukt entscheiden, sollten sie die entscheidenden Fragen klären: Welchen Zeithorizont verfolge ich? Benötige ich das Kapital in sechs Monaten, drei Jahren oder erst in einem Jahrzehnt? Wie hoch ist der Liquiditätsbedarf – muss das ganze Geld täglich verfügbar sein oder kann auf einen Teilbetrag für einen bestimmten Zeitraum verzichtet werden? Und ganz wichtig: Wie hoch ist die eigene Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft? Es geht darum, auch in stürmischen Börsenphasen so liquide zu sein wie nötig und ruhig schlafen zu können, ohne sich ständig um das Portfolio sorgen zu müssen.

Auch im risikoarmen Segment sind eine kluge Anlagestruktur und Diversifikation, also die Streuung der Risiken, der Schlüssel zum Erfolg. Eine konservative Anlage ist daher als ein Baukasten zu verstehen, der aus verschiedenen Elementen besteht.

1. Flexibilität als Sicherheitsnetz: Tagesgeld und Geldmarktfonds
„Ein wichtiger Baustein des Portfolios ist die Liquidität. Hier geht es primär um die kurzfristige Verfügbarkeit und möglichst geringe Schwankungen“, weiß Experte Thomas Kentenich. Für diesen Zweck sind vor allem zwei Instrumente besonders geeignet: Tagesgeld und Geldmarktfonds.

Ein Tagesgeldkonto ist längst ein Klassiker für die zeitnah verfügbare Reserve. Hier steht die Einlagensicherung an erster Stelle, die Verzinsung erst an zweiter. Europäische Banken sichern das Guthaben laut Gesetz bis zu einer Höhe von 100.000 Euro ab, wenngleich einzelne Banken oder Bankenverbände über diese Mindestgrenze auch hinausgehen. Zudem sollten sich Anlegerinnen und Anleger nicht von besonders hohen Zinsen für Neukunden leiten lassen, zumal diese häufig nur für die ersten paar Monate gelten und danach deutlich spärlicher ausfallen.

Alternativ oder ergänzend zum Tagesgeldkonto können konservative Anlegerinnen und Anleger auch Anteile an Geldmarktfonds erwerben. „Diese Fonds investieren in kurzfristige festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel Anleihen; sie bieten oft eine attraktivere Verzinsung als das klassische Bankkonto, sind ebenfalls hochliquide und lassen sich in der Regel schnell veräußern“, erklärt Thomas Kentenich von der LAUREUS AG.
Doch Vorsicht: Bei Geldmarktfonds sind die laufenden Kosten ein wesentlicher Faktor für die verbleibende Nettorendite. Und um Währungsrisiken zu umgehen, sollten die Geldmarktfonds zudem auf Euro lauten. „Geldmarktfonds bieten zwar keine Garantie, unterliegen jedoch vergleichsweise geringen Wertschwankungen“, so Experte Kentenich.

2. Planbarkeit durch Laufzeitenstruktur: Festverzinsliche Anlagen
Wenn Sie einen Teil Ihres Vermögens nicht sofort benötigen, bieten längerfristig verzinste Produkte eine verlässliche Kalkulationsbasis. Als Sparprodukte kommen hier vor allem ein Festgeldkonto und Sparbriefe infrage, die einen festen Zinssatz über eine vereinbarte Laufzeit bieten. Daneben kommen auch Anleihen und Laufzeitfonds für eine Anlage mit mäßigen Verlustrisiken in Betracht, etwa kurz- bis mittelfristige Staats- oder Unternehmensanleihen von Emittenten mit hoher Bonität. Sie bilden häufig das Rückgrat konservativer Depots.

Laufzeitfonds haben ein festes Enddatum, was die Planung erleichtert. Einen großen Vorteil bietet dabei die sogenannte Zinstreppe. Indem das Geld über unterschiedliche Zeiträume gebunden wird, zum Beispiel über ein, zwei, drei und fünf Jahre, entstehen gestaffelte Rückflüsse, die reinvestiert werden können. Dies schützt Sie vor dem Risiko, alles zu einem Zeitpunkt mit niedrigen Zinsen anlegen zu müssen oder bei steigenden Zinsen nicht investieren zu können, weil das Geld noch länger gebunden ist. Eine Zinstreppe senkt somit das Marktrisiko und erzielt eine mehrjährige Durchschnittsrendite.

Risiko verstehen: Einlagensicherung vs. Ausfall- und Marktrisiko
Ein häufiges Missverständnis ist die Gleichsetzung von Sicherheit mit einer staatlichen Garantie. Im risikoarmen Bereich sollten Anleger jedoch strikt zwischen der Einlagensicherung, dem Ausfallrisiko und dem Marktrisiko unterscheiden.

Die Einlagensicherung bei Sparprodukten dient primär als Schutz gegen die Insolvenz eines Instituts. Fondsanlagen sind vor Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt, weil sie ein Sondervermögen darstellen.

Das Risiko von Rentenfonds hängt stark von der Art und der Laufzeit der Anleihen im Fonds sowie der Bonität der Herausgeber der Anleihen, also den Emittenten, ab. Das Risiko, dass größere Verluste dadurch entstehen, dass Anleihen wegen Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ausfallen, ist durch die breite Streuung begrenzt. Dieses Risiko ist bei Fonds im Vergleich zur Direktanlage geringer.

Dem steht das Marktrisiko gegenüber, das durch Kurs- und Zinsbewegungen selbst die sichersten Anleihen von Emittenten hoher Bonität im Wert schwanken lässt. Solange ein Anleiheemittent jedoch nicht zahlungsunfähig wird, können Anlegerinnen und Anleger das Marktrisiko bei Anleihen vernachlässigen, da sie zum Ende der Laufzeit immer den Nennwert einer Anleihe zurückerhalten. „Konservative Geldanlage bedeutet, das Schicksal des Vermögens nicht dem Zufall zu überlassen, sondern durch die Wahl erstklassiger Schuldner und klarer Laufzeiten die Kontrolle zu behalten“, betont Thomas Kentenich.

3. Chancen nutzen mit defensiven Mischfonds oder konservativer Vermögensverwaltung
Um den Baustein Aktien nicht völlig außer Acht zu lassen, jedoch mit Bedacht in kleiner Dosierung und aktivem Management beizumischen, sind ein defensiver Mischfonds oder eine konservative Vermögensverwaltung eine Möglichkeit. Erfahrene Kapitalmarktexperten überwachen und optimieren dabei die Aufteilung der Anlageklassen und der ausgewählten Papiere im Portfolio und stellen sicher, dass die Mischung zu den Bedürfnissen konservativer Anleger passt. Ziel ist es also, die Schwankungen im vereinbarten Rahmen zu halten. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Dafür sind die Ertragsaussichten höher als bei vollständigem Verzicht auf Aktien, Rohstoffe oder sonstigen Anlageformen.

4. Versicherungsbaustein für mehr Stabilität und weniger Steuern
Für die langfristige Perspektive bieten sich darüber hinaus auch private Rentenversicherungen im Rahmen einer konservativen Strategie an. Hier stehen die lebenslange Planbarkeit und oft auch steuerliche Vorteile, zum Beispiel bei der Vermögensübertragung, im Fokus. Sinnvolle Bausteine dieser Kategorie sind etwa klassische Rentenversicherungen mit Garantiezins oder modernere fondsgebundene Policen, die es in Teilen auch mit Absicherung gibt.

Auch bei diesen Anlagen sollten Investierende aber bedenken, dass hohe Garantien in der Regel mit einer geringeren Rendite einhergehen. Wichtig zu wissen ist zudem: Die Kündigung einer Versicherungspolice ist kurzfristig wegen der Kosten nicht sinnvoll; auch wenn Geldentnahmen während der Laufzeit möglich sind, sollte der langfristige Anlagehorizont im Fokus stehen.

Struktur schlägt Einzelinvestments
Mit den vorgestellten Bausteinen können Anlegerinnen und Anleger eine konservative Vermögensstruktur aufbauen. Wie hoch die einzelnen Bausteine gewichtet werden, hängt dabei von den persönlichen Vorgaben ab. „Im Ergebnis können Anlegerinnen und Anleger eine vergleichsweise hohe Stabilität, regelmäßige Rückflüsse und eine begrenzte, aber dafür besser planbare Rendite erhalten“, erklärt Experte Kentenich das Konzept.
Auf der anderen Seite sollten aber natürlich die häufigsten Fehler unbedingt vermieden werden. Wer zum Beispiel alles in Tagesgeld anlegt, hat bei fallenden Zinsen ein Problem und kann diese Zinsverluste nicht durch andere Anlagen auffangen. Wer hingegen alles auf ein Festgeldkonto packt, kommt an das Geld nicht ran, wenn die Zinsen steigen und eine Neuanlage rentabler wäre. Aus dem gleichen Grund sind zu lange Laufzeiten bei Anleihen zu vermeiden, sie machen die Geldanlage sehr unflexibel und reagieren stärker auf Marktveränderungen. Der individuelle Mix aus Flexibilität, Sicherheit und Laufzeitbindung ist für den Erfolg entscheidend.

Eine risikoarme Strategie ist keine Verzichtserklärung, sondern eine bewusste Entscheidung für Stabilität. Ein gut strukturiertes, konservatives Portfolio lässt Sie ruhig schlafen – und zwar auch, wenn es an der Börse mal etwas turbulenter zugeht.

31. März 2026

Renditefalle Girokonto: Anlegen statt sparen

Wer sein Geld auf dem Girokonto parkt, macht unter dem Strich – also nach Abzug der Inflation – in der Regel ein Minusgeschäft. Dennoch horten deutsche Privathaushalte enorm hohe liquide Mittel, also Bargeld, Giro- und Tagesgeldkonten. Gemäß Pressenotiz der Deutschen Bundesbank vom 15. Januar 2026 sind dies rund 2,3 Billionen Euro.

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Renditefalle Girokonto: Anlegen statt sparen

Düsseldorf, 31. März 2026 – Ein gängiges Verhaltensmuster vieler Anlegerinnen und Anleger sieht wie folgt aus: Man lässt das Kapital auf dem Girokonto anwachsen, um dann gelegentlich eine größere Summe am Kapitalmarkt zu investieren.

„Was auf den ersten Blick nach diszipliniertem Sparen aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als kostspieliger Strategiefehler“, meint Samuel Dirks, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ, und fügt hinzu: „Wer auf den „perfekten Moment“ wartet oder schlicht aus Bequemlichkeit nur punktuell investiert, setzt sich unnötigen Risiken aus und verzichtet auf den wohl mächtigsten Verbündeten des Anlegers: den Faktor Zeit“. Sehr viel cleverer wäre es, dauerhaft und regelmäßig zu investieren.

Market Timing – ein aussichtsloses Unterfangen
Fakt ist: Der Versuch, größere Summen punktuell erfolgreich zu investieren, geht in der Regel schief. Schließlich kann niemand in die Zukunft schauen – und daher weiß auch niemand, welchen Stand etwa der DAX oder der US-Index Dow Jones morgen, in einer Woche oder einem Monat aufweisen werden. „Selbst institutionellen Investoren gelingt zumeist nicht, Wertpapiere zum Tiefpunkt zu kaufen und am Höchststand zu verkaufen“, weiß Samuel Dirks.

Wer versucht, den Markt zu schlagen, läuft zudem Gefahr, die besten Börsentage, die häufig auf die schlechtesten folgen zu verpassen. „Problematisch ist das vor allem deshalb, weil genau jene Handelstage für die langfristige Performance eine entscheidende Rolle spielen“, erklärt Experte Samuel Dirks. Wer also die besten Börsentage verpasst, erzielt auf lange Sicht eine teils deutlich niedrigere Rendite als Anlegerinnen und Anleger, die langfristig investiert bleiben. Kurzum: Zeitraum schlägt Zeitpunkt.

Der Cost-Average-Effekt: Glättung im volatilen Umfeld
Um die Gefahr zu umgehen, zum falschen Zeitpunkt Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen, ist ein Fondssparplan ein äußerst hilfreiches Anlagevehikel. Anstatt eine Einmalsumme zu einem potenziell überhöhten Kurs zu investieren, kauft der Sparplan bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Dies führt über die Jahre zu einem Durchschnittspreis – im Fachjargon Cost-Average-Effect genannt. Für die Anlegenden bedeutet das auch eine wichtige psychologische Entlastung. Die Frage „Ist heute ein guter Tag zum Kaufen?“ erübrigt sich, da die Systematik des Sparplans die Entscheidung übernimmt.

Disziplin schlägt Analyse
Ein Fondssparplan ist aber mehr als nur ein Anlagevehikel, er ist ein Instrument der Selbstüberlistung. Der Grund: Disziplin wiegt an der Börse meist schwerer als analytische Fähigkeiten. „Durch die regelmäßige Abbuchung wird der Fondssparplan zu einer dauerhaften Größe wie die Miete oder die Versicherung“, so Samuel Dirks von der LAUREUS AG. Zudem verhindern Sparpläne das sogenannte „Regret-Risiko“. Dies bedeutet: Wer eine Summe am Kapitalmarkt investiert und kurz darauf eine Korrektur von beispielsweise 10 Prozent erlebt, neigt womöglich zu vorschnellen Panikverkäufen. Wer hingegen regelmäßig investiert, betrachtet einen Rücksetzer vermutlich eher als Chance, günstiger einzukaufen. „In der langfristigen Betrachtung nivellieren sich die kurzfristigen Schwankungen oft, während der Zinseszinseffekt auf die kumulierten Anteile mit der Zeit seine volle Kraft entfaltet“, erklärt Samuel Dirks.

Fondssparpläne können grundsätzlich für viele verschiedene Fondsgattungen eingerichtet werden. Angesichts der aktuell recht turbulenten Gemengelage könnte allerdings ein Mischfonds-Sparplan oder eine vermögensverwaltende Lösung eine gute Wahl sein. Anders als beispielsweise ein reiner Aktienfonds können Mischfonds und Vermögensverwaltungen in mehrere Asset-Klassen gleichzeitig investieren – also etwa in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Währungen und alternative Investments. Dabei kann der Portfoliomanager in hektischen Börsenphasen beispielsweise den Aktienanteil reduzieren und den Anteil von Anleihen mit bester Bonität erhöhen. Wer sich also für einen Mischfonds-Sparplan oder eine Vermögensverwaltung entscheidet, schafft eine gute Voraussetzung dafür, möglichst flexibel zu investieren.

Welche Rendite Anlegerinnen und Anleger mit Fondssparplänen erzielen, ist hingegen ungewiss; dass der Ertrag auf lange Sicht deutlich höher ausfällt als mit einem Giro- oder Tagesgeldkonto ist aber mehr als wahrscheinlich.

Übersicht vergangener Leitfäden

05. August 2025

Leitfaden Digitaler Nachlass – Ihnen und Ihren Liebsten zuliebe

Ob Online-Banking, E-Commerce-Plattformen, soziale Medien oder Streaming-Dienste – die Zahl der digitalen Berührungspunkte wächst stetig. Und dass in einer zunehmend vernetzten Welt eine immer größere Spur digitaler Daten und Konten hinterlassen wird, ist die logische Konsequenz. Doch was passiert mit diesem digitalen Erbe, wenn wir nicht mehr sind? „Das Gros der Bürgerinnen und Bürger schiebt die Gedanken auf solche und ähnliche Fragen nur zu gerne auf die lange Bank; schließlich beschäftigen sich nur die wenigsten Menschen gerne mit ihrem eigenen Tod“, weiß Raphael Lennartz, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

15. Juli 2025

Leitfaden Immobilieninvestment – Sachwerte als stabile Kapitalanlage nutzen

Immobilien gelten als wertstabil, inflationsgeschützt und renditestark – vorausgesetzt, die Strategie stimmt. Der Leitfaden beleuchtet verschiedene Formen des Immobilieninvestments: vom klassischen Kauf über Pflegeimmobilien bis hin zu indirekten Beteiligungen via Immobilienfonds. Dabei werden Chancen, Risiken und steuerliche Aspekte genauso thematisiert wie die Frage, für wen sich welches Modell besonders eignet. Wer sein Vermögen durch Sachwerte absichern oder diversifizieren möchte, findet hier fundierte Orientierung.

24. Juni 2025

Leitfaden ETF vs. Investmentfonds – Die richtige Anlageform für Ihre Ziele finden

ETFs und aktiv gemanagte Fonds sind beliebte Bausteine für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch worin liegen die konkreten Unterschiede – und welche Anlageform passt zu welchem Anlegertyp? Der Leitfaden erklärt die wesentlichen Merkmale, Vorteile und Nachteile beider Varianten – von der Kostenstruktur über die Transparenz bis hin zur steuerlichen Behandlung. Wer seine Investmentstrategie gezielt optimieren möchte, erhält hier fundierte Entscheidungshilfen und wertvolle Tipps für die Auswahl geeigneter Produkte.

08. Mai 2025

Leitfaden Investiert bleiben – Warum langfristiges Denken an der Börse belohnt wird

Volatile Märkte, geopolitische Spannungen, konjunkturelle Schwankungen – in unruhigen Zeiten neigen viele Anleger dazu, unüberlegt zu handeln. Doch wer kurzfristig aussteigt, verpasst oft entscheidende Erholungsphasen. Der Leitfaden erklärt, warum konsequentes Investiertbleiben eine der erfolgreichsten Anlagestrategien ist, und wie sich auch in Krisen Ruhe bewahren lässt. Mit anschaulichen Beispielen, Verhaltenstipps und einem klaren Appell für Geduld und Weitsicht.

08. April 2025

Leitfaden Mischfonds – Flexibel investieren mit Strategie und Sicherheit

Mischfonds kombinieren verschiedene Anlageklassen – etwa Aktien, Anleihen, Rohstoffe – und bieten dadurch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag. Gerade für Anleger, die Sicherheit mit Renditechancen verbinden möchten, sind sie ein beliebtes Instrument. Der Leitfaden zeigt, wie Mischfonds funktionieren, welche Varianten es gibt (konservativ bis dynamisch), und worauf man bei Auswahl und Gewichtung achten sollte. Eine kompakte Einführung für alle, die ihr Portfolio diversifizieren wollen.

18. März 2025

Leitfaden Pflegevorsorge – Frühzeitig planen, um später gut versorgt zu sein

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten – die Lücke müssen Betroffene und oft auch deren Angehörige schließen. Zugleich steigt die Zahl pflegebedürftiger Menschen stetig an, während Pflegekräfte und Pflegeplätze knapp werden. Der Leitfaden zeigt, welche finanziellen Herausforderungen im Pflegefall entstehen können, welche privaten Absicherungsmöglichkeiten bestehen und warum frühzeitige Vorsorge unverzichtbar ist. Ein Weckruf für alle Generationen.

06. Februar 2025

Leitfaden Fondssparpläne – Schritt für Schritt zu finanzieller Freiheit

Regelmäßig sparen, flexibel investieren und langfristig profitieren: Fondssparpläne sind ein bewährtes Mittel für den strukturierten Vermögensaufbau. Besonders in unsicheren Zeiten bieten sie Anlegerinnen und Anlegern eine verlässliche Möglichkeit, mit kleinen Beträgen kontinuierlich zu investieren – ohne den „perfekten Einstiegszeitpunkt“ abpassen zu müssen. Der Leitfaden zeigt, wie ein Fondssparplan funktioniert, worauf bei der Auswahl zu achten ist und wie man typische Fehler vermeidet. Ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene, die mit System Vermögen aufbauen wollen.

29. Januar 2025

Leitfaden Elementarversicherung – Extremwetter absichern, Vermögen schützen

Überschwemmungen, Starkregen, Erdrutsche: Naturgefahren treten in Deutschland immer häufiger auf – und verursachen teils massive Schäden an Wohngebäuden und Hausrat. Dennoch fehlt vielen Immobilienbesitzerinnen und -besitzern eine passende Elementarschadenversicherung. Dieser Leitfaden zeigt auf, warum die klassische Wohngebäudeversicherung nicht ausreicht, welche Risiken ohne Zusatzschutz bestehen und worauf es bei einer fundierten Absicherung gegen Elementarschäden ankommt. Eine praxisnahe Orientierung für alle, die ihr Eigentum wetterfest versichern wollen.

Unsere Themen in der Presse und in den Medien

Unsere Presseartikel geben Ihnen Einblicke in externe Einschätzungen und Veröffentlichungen zu unseren Themen und unserer Arbeit.


17. März 2026

LAUREUS AG setzt dynamischen Wachstumskurs auch 2025 fort

Die LAUREUS AG PRIVAT FINANZ blickt auf ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. „Das Geschäftsjahr 2025 hat gezeigt, dass unser langfristiger Beratungsansatz und unsere klare Fokussierung auf individuelle Vermögensstrategien gerade in volatilen Zeiten geschätzt werden“, erklärt Anja Metzger, Vorstandsmitglied der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. „Unsere Kundinnen und Kunden suchen Orientierung, Stabilität und persönliche Betreuung – genau hier liegt unsere Stärke.“

So konnten die bereits hohen Gewinnerwartungen des Vorjahres deutlich übertroffen werden.

Neue Serie: Plötzlich reich – und jetzt?

Ein unerwartetes Vermögen kann Türen öffnen – oder auch überfordern. In unserer Serie „Plötzlich reich“ zeigen wir, wie sich finanzielle Zufälle in nachhaltigen Wohlstand verwandeln lassen. Vom ersten Schritt nach dem Geldsegen bis zur langfristigen Anlagestrategie: Erfahre, wie Du Dein Vermögen sicher strukturierst, clever investierst und für die Zukunft aufbaust.


MÄRZ 2026

Teil 6 - Plötzlich reich mit 70

Mit 70 Jahren plötzlich 500.000 Euro zur Verfügung zu haben, obwohl die eigene Rente schon gesichert ist und alle Schulden abbezahlt sind, stellt eine besonders angenehme Herausforderung dar. Dann ist die Zeit, um anderen Menschen Freude zu bereiten oder zu helfen, wo Hilfe sinnvoll und notwendig ist. Wie 500.000 Euro für Schenkungen, Spenden oder Stiftungen eingesetzt und wie zuvor das eigene Pflegerisiko finanziell abgesichert werden können, erfahren Sie im sechsten und letzten Teil der Serie „Plötzlich reich“.

> Teil 6 der Serie „Plötzlich reich“

Clevere Strategien für spätes Vermögensglück

Düsseldorf, 02. März 2026 – Neue finanzielle Freiheiten noch im hohen Alter hinzuzugewinnen, ist ein Segen – für einen selbst und für Menschen, denen man etwas Gutes tun will. Ein Erbe, die Auszahlung einer Lebensversicherung oder der Verkauf der elterlichen Immobilie – wer mit 70 Jahren unverhofft über 500.000 Euro verfügt, steht vor einer anderen Ausgangslage als ein 30-jähriger Anleger, der erst noch eine private Altersvorsorge aufbauen oder eine Immobilie für die Familie finanzieren muss. Mit 70 Jahren ist der Anlagehorizont kürzer und die Sicherheitsbedürfnisse sind höher – auf der anderen Seite rücken die Themen Generationentransfer und Wohltätigkeit in den Fokus.

Finanzielle Absicherung: Schutz vor dem Pflegerisiko
Bevor Geld verschenkt oder gespendet wird, sollte aber die Vorsorge für die wichtigsten finanziellen Risiken gewährleistet sein. „Vorausgesetzt, dass Einkommen im Ruhestand ist gesichert und auskömmlich, bleibt die mögliche Pflegebedürftigkeit im Alter das größte finanzielle Risiko“, sagt Michaela von Fragstein, Beraterin der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Insbesondere als Vollpflegefall mit Unterbringung in einem Pflegeheim ist mit hohen monatlichen Kosten von teils über 4.000 Euro zu rechnen. Die unerwartet verfügbaren 500.000 Euro bieten somit die Gelegenheit, sich gegen einen solchen Fall finanziell abzusichern. Das ist auf verschiedenen Wegen möglich.

Denkbar ist etwa eine Pflegezusatzversicherung wie beispielsweise eine Pflegetages- oder Pflegekostenversicherung. „Auch mit etwa 70 Jahren ist ein Abschluss oft noch möglich, wenngleich die Prämien in diesem Alter ein vergleichsweise hohes Niveau aufweisen“, weiß Expertin Michaela von Fragstein. Wer eine Versicherungslösung ablehnt, sollte sich eine Kapitalreserve für den Pflegefall zurücklegen.

Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte aber darauf Wert legen, dass das Geld kurzfristig verfügbar und eher sicherheitsorientiert angelegt wird – zum Beispiel in Geldmarktfonds oder kurzfristige Staats- oder Unternehmensanleihen höchster Bonität. Ein Teil kann auch in solide und liquide handelbare Aktienfonds investiert werden; allerdings sollte der Aktienanteil des verbliebenen Kapitals immer unter 50 Prozent bleiben, damit kurzfristige Verluste nicht gleich in die finanzielle Not führen. Mit solch einem Portfolio sind immer noch zwei bis vier Prozent Rendite pro Jahr möglich.

Schenken und Vererben mit Steuerfreibetrag
„Erst wenn für die eigene Absicherung gesorgt ist und alle Schulden bezahlt sind, sind die Voraussetzungen erfüllt, um Dritte mit dem Kapital zu unterstützen“, empfiehlt Michaela von Fragstein – und fügt hinzu: „Wer wann und wie viel vom Vermögen erhält, sollte aber wohl überlegt sein“.

So sollten etwa bei der Weitergabe an die nächste Generation die steuerlichen Freibeträge im Blick behalten werden. Zwar gilt für die eigenen Kinder in Deutschland ein Steuerfreibetrag von 400.000 Euro und für Enkelkinder eine Summe von 200.000 Euro; Nichten, Neffen oder Freunde haben aber lediglich einen Freibetrag von 20.000 Euro. Geht eine Schenkung über den Freibetrag der beschenkten Person hinaus, ist abhängig von Betrag und Steuerklasse Schenkungssteuer fällig. „Da sich die Freibeträge alle zehn Jahre erneut ausschöpfen lassen, ist eine frühzeitige Schenkung ideal, um die Steuerlast für die Erben später zu reduzieren“, erklärt Michaela von Fragstein. Doch Vorsicht: Schenkungen müssen dem Finanzamt gemeldet werden – und zwar auch dann, wenn sie unter den Freibeträgen bleiben.

Mit Spenden helfen und Steuervorteile nutzen
Geldspenden an wohltätige Organisationen sind hingegen ein beliebter Weg, gesellschaftliche Missstände oder große Not direkt zu mildern. Das gesellschaftliche Engagement wird dabei auch noch vom Staat belohnt: Von der Einkommensteuer sind Spenden bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben direkt von der Steuer absetzbar. Und Großspenden, die die 20-Prozent-Grenze pro Jahr überschreiten, können über mehrere Jahre vorgetragen werden.

Stiftung gründen: Wohltätigkeit über das eigene Leben hinaus
Wer langfristig etwas Gutes tun möchte, kann auch über eine Stiftung nachdenken. Dabei gilt: Stiftungen müssen dauerhaft einem klar definierten Zweck zum Wohle der Allgemeinheit folgen, sind bei anerkannter Gemeinnützigkeit dafür aber steuerbefreit. Wichtig: „Stiftungen dürfen nur ausgeben, was der Kapitalstock nach Abzug der Inflation als Rendite erwirtschaftet, der Kapitalstock selbst muss erhalten bleiben“, so Laureus-Beraterin Michaela von Fragstein – und ergänzt: „Wenn der Stifter es wünscht und seine Weisung in der Satzung manifestiert, kann das Kapital aber auch über einen bestimmten Zeitraum hinweg langsam aufgezehrt werden“.

Weniger Bürokratie mit einer Treuhandstiftung
Wer mit dem Gedanken einer Stiftung spielt, sollte aber wissen, dass der Verwaltungsaufwand und daher auch die Verwaltungskosten nicht unerheblich sind. Um das Kapital bestmöglich einzusetzen, kann als Alternative eine Treuhandstiftung sinnvoller sein. Dann ist die Stiftung keine eigene Rechtspersönlichkeit, sondern wird von einem Treuhänder verwaltet, der auch die Buchhaltung, den Jahresabschluss und die Kommunikation mit dem Finanzamt übernimmt. So kann der Spender mit weniger Kapital zweckgebunden und ohne große Bürokratie der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Ein Beispiel: Angenommen, ein 70-Jähriger legt 200.000 Euro für sein Pflegerisiko zur Seite und kann noch 300.000 Euro in eine Stiftung investieren. Mit einer stiftungstypischen konservativen Anlagestrategie lässt sich damit langfristig eine Bruttorendite von drei bis vier Prozent erzielen. Bei einer Treuhandstiftung kommen 0,5 bis 1,0 Prozent Verwaltungskosten sowie eine Inflationsreserve von einem Prozent hinzu. „Somit können ein bis zwei Prozent des Stiftungsvermögens pro Jahr in gemeinnützige Zwecke investiert werden, ohne dass das Stiftungsvermögen an Wert verliert. Das wären pro Jahr rund 3.000 bis 6.000 Euro für den guten Zweck“, erläutert Michaela von Fragstein.

Rechtliche Leitplanken
Wer mit dem plötzlichen Wohlstand im Alter andere unterstützen möchte, sollte sich aber stets rechtlich absichern. Vor allem bei Schenkungen und Stiftungsgründungen ist die Konsultation eines Steuerberaters dringend zu empfehlen, um Steuervorteile optimal zu nutzen und Freibeträge zu verwalten. Ein aktuelles Testament sollte zudem sicherstellen, dass das Geld auch nach dem Lebensende in die richtigen Hände gerät und kein Streit um das Erbe ausbricht. Auch eine Vorsorgevollmacht sowie eine Patientenverfügung sind unverzichtbar, um im Falle einer Krankheit die Kontrolle über das neue Vermögen zu behalten.


Teil 1: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen
Teil 2: Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten
Teil 3: Sicherheit und Rendite in der Lebensmitte
Teil 4: Wohlstand sichern und Raum für Wagnisse schaffen
Teil 5: So reichen 500.000 Euro für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend

FEBRUAR 2026

Teil 5 - Plötzlich reich mit 60

Wer mit 60 Jahren plötzlich zu einem Vermögen kommt, hat ohne Zweifel großes Glück – steht aber zugleich vor der Herausforderung, dieses Kapital klug, beispielsweise für den eigenen Ruhestand und gegebenenfalls nachfolgende Generationen, einzusetzen. Wie man mit 500.000 Euro einen entspannten Lebensabend gestalten kann, ohne dass der Kapitalstock schmilzt, erfahren Sie im fünften Teil der Serie „Plötzlich reich“.

> Teil 5 der Serie „Plötzlich reich“

So reichen 500.000 Euro für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend

Düsseldorf, 10. Februar 2026 – Wer im fortgeschrittenen Alter plötzlich über ein größeres Vermögen verfügt, kann sich auf einen sorgenfreien Lebensabend mit ganz neuen Möglichkeiten freuen. Finanzielle Engpässe aufgrund einer nur schmalen Rente sollten dann kein Thema mehr sein. Doch Vorsicht: Einige wichtige Faktoren müssen dennoch beachtet werden, ansonsten gerät der finanziell sorgenfreie Ruhestand trotzdem in Gefahr. So wäre es etwa ein Fehler, das viele Geld einfach auf dem Konto liegen zu lassen, um es nach und nach zu verbrauchen. Weitaus cleverer ist es, dieses Kapital gekonnt anzulegen. Das kann nicht nur ein regelmäßiges Zusatzeinkommen für den Ruhestand schaffen, sondern auch die Möglichkeit, das Vermögen für seinen Nachlass zu erhalten – und unter Umständen sogar weiter wachsen zu lassen.

Das Wichtigste: „Wer mit 60 Jahren plötzlich 500.000 Euro erhält, sollte sehr überlegt vorgehen – und spontane Ideen tunlichst vermeiden“, empfiehlt Jean-Claude Bertram, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Zunächst ist als Entscheidungsgrundlage ein Gesamtüberblick über die Vermögenslage nötig, einschließlich der zu erwartenden Renteneinkünfte im Alter. Sofern noch Kreditschulden vorhanden sind, ist eine vollständige Tilgung in der Regel empfehlenswert, da die Zinszahlungen meist höher sind, als eine sichere Geldanlage der gleichen Summe an Rendite einbringen würde.

Individuelle Strategien sind unerlässlich
Wozu das Kapital primär dienen soll, hängt im fortgeschrittenen Alter noch stärker von den individuellen Voraussetzungen ab als etwa bei 30-Jährigen. Schließlich ist der finanzielle Hintergrund in höherem Alter zunehmend divers: Während der eine vielleicht schon eine ausreichend hohe staatliche und private Rente erhält, eine Immobilie besitzt und sogar ein gut bestücktes Wertpapierdepot sein Eigen nennt, muss der andere womöglich noch Immobilienschulden tilgen oder eine Rentenlücke schließen. Im ersten Schritt muss es also darum gehen, den persönlichen Bedarf, finanzielle Risiken und persönliche Ziele zu ermitteln.

Während manch einer darüber nachdenkt, das Kapital einzusetzen, um kürzertreten zu können, hat für andere möglicherweise ein gesichertes Ruhestandseinkommen Priorität. Zu prüfen ist dann beispielsweise, ob sich der Abschluss oder die Aufstockung einer privaten Rentenversicherung, ein Wertpapierdepot mit Entnahmeplan oder eine Kombination dieser Maßnahmen besonders eignen, um das Einkommen bis zum Lebensende abzusichern. Nur wer mit 60 Jahren keine finanziellen Risiken und Versorgungslücken hat, kann sich voll und ganz dem Erhalt und der Vermehrung seines Kapitals widmen.

Langfristiges Investieren geht noch mit 60 Jahren
Dabei sollte nicht unterschätzt werden, dass der Kapitalmarkt auch für Anlegerinnen und Anleger im fortgeschrittenen Alter noch durchaus Chancen bietet. Mit 60 Jahren ist der Anlagehorizont zwar deutlich kürzer als etwa im Alter von 30 Jahren, dennoch bleiben bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung statistisch noch 20 bis 30 Jahre, bis das Vermögen auf die Erben übergeht. „Wer 500.000 Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto parkt, vergibt erhebliche Renditechancen und erleidet einen schleichenden Kaufkraftverlust aufgrund der Inflation“, sagt Jean-Claude Bertram – und fügt hinzu: „Sehr viel klüger ist es, das Kapital breit gestreut zu investieren und nur so viel zu entnehmen, dass die Rendite nicht nur die Inflation ausgleicht, sondern auch den Kapitalstock erhält oder sogar wachsen lässt.“ Es gilt also, einen individuell strukturierten Entnahmeplan idealerweise so aufzustellen, dass das Kapital auch nach mehr als 30 Jahren noch zur Verfügung steht.

Viele Anlegerinnen und Anleger verkennen dabei vor allem den schleichenden Kaufkraftverlust durch die Inflation. Ein Beispiel: In den vergangenen 20 Jahren lag die durchschnittliche Inflationsrate in der Eurozone bei 2,2 Prozent. Verliert das Kapital jedes Jahr 2,2 Prozent seiner Kaufkraft, können sich langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger nach 32 Jahren vom nominell gleichen Kapital nur noch halb so viel kaufen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Inflation kräftig schwankt. Lag sie zwischen 2013 und 2020 oftmals deutlich unter ein Prozent, erreichte sie dank Energiekrise und Lieferkettenproblemen im Jahr 2022 zeitweise sogar mehr als zehn Prozent. „Für das frisch gewonnene Kapital muss es daher darum gehen, eine langfristig oberhalb der Inflationsrate liegende Rendite zu erreichen, um den Kaufkraftverlust zu stoppen – und das, ohne große Verlustrisiken einzugehen“, erklärt Experte Bertram.

Ausgewogenes investieren für Kapitalerhalt und -wachstum
Das gelingt am besten mit einem breit gestreuten Portfolio, das nicht nur Aktien, Anleihen oder andere festverzinsliche Anlagen sowie Rohstoffe, alternative Investments und Liquidität im richtigen Verhältnis kombiniert, sondern auch regelmäßig neu ausbalanciert wird. Abhängig von den individuellen Zielen und der Risikotragfähigkeit sollte das Vermögen auf verschiedene Bausteine aufgeteilt werden.

Steht beispielsweise nach dem möglichen Schließen der Rentenlücke und eventuellen Schuldentilgungen noch Kapital für Börseninvestments zur freien Verfügung, empfiehlt sich je nach Risikotragfähigkeit und Renditeanspruch des Anlegers eine Aufteilung des Geldes auf verschiedene Depotbausteine. Denkbar ist dabei etwa ein Sicherheitsbaustein aus festverzinslichen Anlagen wie kurzlaufenden Staatsanleihen mit geringem Verlustrisiko, die sich vergleichsweise stabil entwickeln. Hinzu käme ein Renditebaustein, bestehend etwa aus Aktien, Aktienfonds, Rohstoffen oder alternativen Investments. Dieser Baustein soll die Inflation ausgleichen und die darüberhinausgehende Rendite erwirtschaften. Nicht zuletzt ist auch eine Liquiditätsreserve nötig, um ungeplante Ausgaben zu bestreiten oder günstige Investmentchancen zu nutzen.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass ein breit gestreutes Portfolio im langjährigen Durchschnitt Renditen von sechs bis sieben Prozent erzielen konnte. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Inflation und einer sofort verfügbaren Liquiditätsreserve konnten Anlegerinnen und Anleger somit etwa drei bis vier Prozent des Depotswertes entnehmen, ohne dass der Kapitalstock kleiner wurde. So sind Verfügbarkeit, Sicherheit und moderates Wachstum gleichermaßen berücksichtigt, auch wenn Wertentwicklungen der Vergangenheit natürlich keine Garantie für die Zukunft bieten.

Steuerbelastungen im Blick behalten
Dabei sollten Anlegerinnen und Anleger nicht nur mögliche Steuerzahlungen, sondern auch die Nachlassplanung im Blick behalten. Auf Kapitalerträge werden grundsätzlich – sofern der jährliche Freibetrag ausgeschöpft ist – 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig, gegebenenfalls kommen noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer hinzu.

Wer seinen Nachkommen hohe Summen vermachen möchte, sollte zudem auch über frühzeitige Schenkungen nachdenken, da sich Erbschaftssteuerfreibeträge für Angehörige und andere Begünstigte alle zehn Jahre erneuern. So aufgestellt, kann der plötzliche Reichtum – abhängig von der individuellen Ausgangssituation – finanziellen Sorgen im Alter ein Ende bereiten, das vorhandene Vermögen weiter wachsen lassen und damit sogar den Hinterbliebenen noch ein erfreuliches Finanzpolster bescheren.

Teil 1: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen
Teil 2: Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten
Teil 3: Sicherheit und Rendite in der Lebensmitte
Teil 4: Wohlstand sichern und Raum für Wagnisse schaffen

JANUAR 2026

Teil 4 - Plötzlich reich mit 50

Ein unerwartetes Vermögen von beispielsweise 500.000 Euro im Alter von 50 Jahren kann den Weg in den Ruhestand erheblich erleichtern und finanzielle Lücken im Alter schließen. Im Fokus sollten nun stabile Erträge und finanzielle Sicherheit stehen. Das Geld kann aber auch völlig neue Möglichkeiten schaffen. Wie Anleger sicher und rentabel investieren und das Kapital für folgende Generationen erhalten, erfahren Sie im vierten Teil der Serie „Plötzlich reich“.

> Teil 4 der Serie „Plötzlich reich“

Wohlstand sichern und Raum für Wagnisse schaffen

Düsseldorf, 06. Januar 2026 – Ein unverhoffter Geldsegen kann in der Lebensmitte wie ein Frühstart in eine sichere finanzielle Zukunft wirken. Im Alter von rund 50 Jahren, wenn der Ruhestand langsam in greifbare Nähe rückt, bieten 500.000 Euro die Chance, finanzielle Sicherheit für das Alter oder die Angehörigen zu schaffen. Das viele Geld kann aber auch einen beruflichen und privaten Neuanfang bedeuten. So oder so, jetzt ist nicht die Zeit für waghalsige Spekulationen, sondern für Besonnenheit, Sicherheit und eine klare Struktur. Anleger sollten daher fünf Punkten besondere Beachtung schenken.

Liquidität und Status quo
„Das plötzlich verfügbare Zusatzvermögen auf einem normalen Girokonto liegen zu lassen, wäre ebenso unsinnig, wie es in die erstbeste Geldanlageform zu gießen oder es für kurzlebigen Luxus zu verjubeln. Derlei Schnellschüsse werden später oftmals bereut“, weiß Dirk Waltereit, Berater der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. Daher sollte der gesamte Betrag zunächst auf einem sicheren, gut verzinsten Tagesgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds geparkt werden. So bleibt Zeit für eine gründliche Analyse der Vermögenssituation, ohne unnötig Rendite zu verschenken.

Zu einem finanziellen Check-up gehört die Klärung der folgenden Fragen:

  • Wie hoch sind die laufenden Einnahmen und Ausgaben?
  • Welches Niveau der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge ist bereits erreicht? Wie lautet die Prognose für die Zeit des Renteneintritts? In die Berechnung sollten Rentenansprüche, Depotwerte, Versicherungen und Immobilien einbezogen werden.
  • Ist die Risikovorsorge ausreichend, etwa zum Schutz vor Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod?
  • Welche Verbindlichkeiten bestehen und wie hoch sind die Kreditkosten? Können zum Beispiel teure Konsumentenkredite vorzeitig getilgt werden? Gemeinhin gilt die Rückzahlung hoch verzinster Kredite als renditestärkste Geldanlage.
  • Ist eine ausreichend hohe Liquiditätsreserve vorhanden? Eine sofort verfügbare Notfallreserve sollte drei bis sechs Monatsausgaben betragen.

Kapitalerhalt und stabile Erträge in den Fokus
Mit 50 Jahren verschiebt sich der Fokus vom reinen Kapitalwachstum zur Kapitalsicherung und dem Aufbau eines stetigen Cashflows. Mit den hinzugewonnen 500.000 Euro sollte das Vermögensportfolio konservativer ausgerichtet werden, als es vielleicht ein 20-jähriger Anleger tun würde, der das Kapital noch länger für sich arbeiten lassen möchte.

„Anleger sollten daher neben der schnell verfügbaren Liquiditätsreserve einen Teil des Geldes möglichst sicher mit kurzen Laufzeiten von zwei bis fünf Jahren anlegen“, erklärt Dirk Waltereit. Hierfür bieten sich etwa attraktiv verzinste Festgeldkonten sowie Staats- und Unternehmensanleihen mit einem erstklassigen Bonitätsrating („Investment Grade“) an. Wer in einer sogenannten Anleihenleiter investiert, ist besonders flexibel: Das Kapital wird dabei in Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anleihen investiert, sodass alle zwölf Monate Kapital frei wird. Dadurch kann regelmäßig entsprechend der dann gültigen Zinsbedingungen reinvestiert werden. Zinssprünge und Marktverwerfungen am Rentenmarkt verlieren damit ihren Schrecken.

Qualitätsaktien und globale Diversifikation für die Rendite
Der Aktienmarkt sollte aber weiterhin eine Rolle spielen, allerdings mit einem Fokus auf Qualität. „Für mehr Sicherheit in diesem Teil des Portfolios empfehlen sich insbesondere Aktien von Unternehmen mit bewährten Geschäftsmodellen, stabilen Cashflows, geringer Verschuldung und einer langen Historie stetiger Dividendenzahlungen. Der Anteil an Wachstumsaktien im Portfolio sollte hingegen eher gedrosselt werden, da diese mit stärkeren Kursschwankungen einhergehen“, meint Berater Dirk Waltereit.

Unternehmen mit attraktiven Ausschüttungen sollten in den Vordergrund rücken. Sogenannte Dividenden-Aristokraten zeichnen sich zum Beispiel dadurch aus, dass die Unternehmen 25 Jahre in Folge ihre Dividendenzahlungen erhöht haben. Das ist zwar keine Garantie für Dividendenzahlungen in der Zukunft, spricht aber sehr für den hohen Stellenwert der Aktionäre in der Unternehmensführung. Wer Investments in einzelne Aktien scheut, kann auch auf spezialisierte und aktiv gemanagte Dividendenfonds setzen.

Beimischungen für geringere Risiken und verbesserten Inflationsschutz
Ergänzend können Anleger einen Teil des frischen Kapitals dazu nutzen, ihr Portfolio noch breiter zu diversifizieren, um die Verlustrisiken zu senken. Beispielsweise können sie mit Hilfe von Immobilienfonds oder börsengehandeltem Gold auf Asset-Klassen setzen, die sich weitestgehend unabhängig vom Aktien- und Anleihemarkt entwickeln. Dadurch erhöht sich die Stabilität im Wertpapierdepot und der Inflationsschutz wird verbessert.

„Wie das Wertpapierdepot genau strukturiert sein sollte, wird von zahlreichen Parametern bestimmt, wobei vor allem die persönliche Risikobereitschaft, die individuellen Ziele und Renditeerwartungen entscheidend sind“, so Dirk Waltereit. Ein sicherheitsorientiertes und dennoch Renditechancen nutzendes Vermögensportfolio für eine 50-jährige Person könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:
  • 30 bis 40 Prozent in sichere und schnell verfügbar Anlageformen wie Tagesgeld, Geldmarktfonds oder kurzlaufende Anleihen
  • 40 bis 50 Prozent in global diversifizierte Qualitäts- und Dividendenaktien oder entsprechende Investmentfonds
  • 10 bis 20 Prozent in alternativen Anlagen wie Immobilienfonds und Gold

Die strategische Weichenstellung für eine Vermögensübertragung oder einen Neubeginn
Mit 500.000 Euro in der zweiten Lebenshälfte ist es auch ratsam darüber nachzudenken, was mit dem Vermögen nach dem eigenen Tod geschehen soll. Wer sich rechtzeitig um ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag kümmert, schafft Klarheit und beugt einem Streit unter Erben vor. Eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können zudem regeln, wer die finanziellen Wünsche des Vermögenden umsetzt, sollte dieser selbst nicht mehr dazu in der Lage sein. „Wer sein Vermögen weitergeben möchte, sollte auch Schenkungen zu Lebzeiten in Betracht ziehen, da sich die teils hohen Steuerfreibeträge für Begünstigte alle zehn Jahre erneuern. Das kann die Steuerlast deutlich senken“, empfiehlt Experte Waltereit.

Die Alternative: Der Neustart mit 50
Wem es weniger darum geht, die Altersvorsorge zu komplettieren oder ein Vermögen für die Hinterbliebenen aufzubauen, kann das plötzlich verfügbare Kapital auch für einen Neuanfang nutzen. Eine halbe Million Euro kann dann die Eintrittskarte für einen zweiten Lebensentwurf bedeuten.

Mit 500.000 Euro als Startkapital für ein Herzensprojekt ist vieles möglich. Jetzt bietet sich etwa die Gelegenheit, um beruflich kürzer zu treten oder in einen weniger lukrativen, dafür aber erfüllenderen Job zu wechseln. Das Geld könnte aber auch die Chance bieten, eine kleine Firma zu übernehmen oder neu zu gründen. Wichtig ist in jedem Fall das Setzen realistischer Grenzen. Empfehlenswert ist in jedem Fall die Festlegung eines Höchstbetrages, der maximal in das Vorhaben fließen darf. „Eine auskömmliche Altersvorsorge sollte in jedem Fall gewährleistet bleiben“, sagt Dirk Waltereit.

Mehr Sicherheit, mehr Freiheit
500.000 Euro in der Lebensmitte sind ein mächtiges Werkzeug, das mit kühlem Kopf genutzt werden muss. Egal, ob der Begünstigte den konservativen Weg der Altersvorsorge wählt oder einen Neustart wagt: Wohlüberlegte Entscheidungen und Strategie sind erforderlich, um die persönlichen Ziele zu erreichen.

Teil 1: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen
Teil 2: Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten
Teil 3: Sicherheit und Rendite in der Lebensmitte

NOVEMBER 2025

Teil 3 - Plötzlich reich mit 40

Mit 40 Jahren wurden wichtige finanzielle Weichen rund um das Eigenheim oder die Altersvorsorge häufig schon gestellt. Ein unverhoffter Geldsegen von beispielsweise einer halben Million Euro bietet allerdings die einmalige Chance, die verbleibende Strecke zu den finanziellen Zielen nicht nur schneller, sondern auch mit deutlich mehr Sicherheit zurückzulegen. Wie das Risikoprofil neu justiert, Schulden klug getilgt und das freie Kapital in ein stabiles Fundament für die finanzielle Zukunft verwandelt werden kann, erfahren Sie im dritten Teil der Serie „Plötzlich reich“.

> Teil 3 der Serie „Plötzlich reich“

Sicherheit und Rendite: Das ermöglichen 500.000 Euro in der Lebensmitte

Düsseldorf, 12. November 2025 – Mit 40 Jahren befinden sich viele Menschen in einer Übergangsphase. Der lange Anlagehorizont der frühen Berufsjahre, der auch Aktieninvestitionen mit höherem Rendite-Risiko-Verhältnis erlaubte, wird zusehends kürzer, eventuell läuft bereits eine Eigenheimfinanzierung, Alters- und Risikovorsorge bewegen sich inzwischen in festen Bahnen. Gleichzeitig ist das Rentenalter noch zu weit entfernt, um nur auf Sicherheit zu setzen. Passend zum Risikoprofil muss daher eine ausgewogene Balance zwischen Kapitalerhalt und attraktiver Rendite gefunden werden.

Risikoprofil definieren: Wachstum versus Kapitalschutz
Wer in der glücklichen Situation ist, einen unerwarteten Geldsegen von beispielsweise 500.000 Euro zu erhalten, sollte diese Summe möglichst rentabel, aber breit gestreut über verschiedene Vermögensklassen investieren. „Ein vernünftiger Ansatz könnte eine modifizierte 60/40-Regel sein: etwa 60 Prozent in chancenorientierten Investments wie Aktien, Aktienfonds oder Rohstofffonds und 30 Prozent in vergleichsweise sicherere Instrumente wie Unternehmens- oder Staatsanleihen sowie zehn Prozent Liquidität auf Tages- oder Festgeldkonten oder in Geldmarktfonds“, rät Florian Jansen, Berater von der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ. „Wer hingegen ein etwas größeres Sicherheitsbedürfnis hat, kann den Aktienanteil reduzieren und im Gegenzug den Anleiheanteil erhöhen.“ Die Anleihen oder Anleihefonds sollen das Depot stabilisieren und unabhängiger von der Entwicklung am Aktienmarkt machen, Tagesgeld und Geldmarktfonds fungieren als liquide Reserve für besondere Umstände oder günstige Einstiegsgelegenheiten.

Die breit gestreuten Aktieninvestments, verbunden mit einem langfristigen Anlagehorizont, ermöglichen eine attraktive Rendite oberhalb der Inflationsrate und sollten das Vermögen mit Zinseszins wachsen lassen. Als Anlageinstrument bieten sich dabei in bewegten Marktphasen vor allem aktiv gemanagte Aktienfonds an. Passiv gemanagte Fonds, sogenannte ETFs, sind zwar aufgrund ihrer niedrigen Gebühren attraktiv, bilden aber nur Marktindizes ab und bewegen sich daher immer mit dem Gesamtmarkt. Ein aktives Fondsmanagement kann hingegen bei drohenden Marktverwerfungen aufgrund politischer oder wirtschaftlicher Entwicklungen frühzeitig gegensteuern, aufgelaufene Gewinne sichern und Verluste begrenzen.

Langfristig optimierter Vermögenszuwachs
Sofern die Investments über viele verschiedene Branchen, Länder und Währungen verteilt sind, sollte das frisch gewonnene Vermögen im Idealfall langfristig weiterwachsen und auch Verlustphasen an den Börsen gut überstehen. Dabei sollte das Verhältnis der verschiedenen Assetklassen regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr, geprüft und bei Bedarf neu ausbalanciert werden, damit sich keine Ungleichgewichte durch Kursbewegungen bilden, die die Anlagestrategie verwässern. „Bei einer Anlagedauer von mehr als zehn Jahren sind Anlegerinnen und Anleger so gut für vorübergehende Börsenrückschläge gerüstet“, weiß Florian Jansen.

Erst Schulden tilgen, dann investieren
Bevor das neue Kapital investiert wird, sollte aber zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme der Schulden erfolgen. Teure Konsumenten- oder Dispokredite sollten unverzüglich und vollständig getilgt werden. Eine Tilgung dieser Kredite ist oft rentabler als eine Geldanlage in gleicher Höhe.

Bei langfristigen Hypothekendarlehen für das Eigenheim ist die Entscheidung komplexer. Derzeit sind die Bauzinsen oft niedriger als die potenziellen Renditen am Kapitalmarkt. Dennoch kann eine Sondertilgung neue Spielräume und Planungssicherheit schaffen. Der entscheidende Vorteil: Durch die vorzeitige Tilgung entfallen monatliche Kreditraten, die fest eingeplant waren. Diese nun freiwerdenden Mittel schaffen Spielräume, die Anlegerinnen und Anleger nutzen können, um die Ziele bei Vermögensaufbau und Altersvorsorge deutlich schneller zu erreichen. Beispielsweise sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

Vorsorgesparen forcieren und Ansparpläne automatisieren: Mit den frei gewordenen Raten können Investierende die Sparbeiträge, z.B. für ihre Altersvorsorge erhöhen. „Mit einem breit diversifizierten, ausgewogenen Wertpapierdepot oder Wertpapiersparplänen und dem verbliebenen langen Anlagehorizont bis zum Ruhestand sind dabei attraktive Renditen bei zugleich tragbarem Risiko möglich“, erklärt Florian Jansen. Auch das Sparen in Versicherungsprodukte ist sinnvoll. Diese können mit mehr Sicherheiten und Garantien ausgestattet werden und sichern im Alter eine lebenslange Rente. Die im direkten Vergleich in der Regel etwas höheren Kosten, können sich durch die lange Laufzeit, steuerlichen Vorteilen und den somit höheren Zinseszinseffekt durchaus rechnen.

Liquiditätsreserve aufstocken: Ist trotz des unerwarteten Kapitals die Liquiditätsreserve noch nicht hoch genug, sollte diese aufgestockt werden. Die neu freigewordenen monatlichen Mittel sollten in diesem Fall also auch in Tagesgeld oder Geldmarktfonds fließen, um weiterhin den Puffer für unvorhergesehene Ausgaben anzusparen.

Das stabile Fundament für die Zukunft
500.000 Euro in der Lebensmitte sollten als finanzieller Beschleuniger und Sicherheitsanker dienen. Die Strategie ist nicht mehr die Maximierung des Wachstums um jeden Preis, sondern die Absicherung des Lebensstandards und die Erreichung der finanziellen Ziele. „Durch die kluge Kombination aus sorgfältig abgewogener Schuldentilgung, dem Aufbau einer ausgewogenen Anlagestruktur in verschiedene Anlageformen wie Wertpapiere, Versicherungen und Sachwerten sowie der Reinvestition der frei gewordenen monatlichen Mittel wird im Idealfall ein stabiles Fundament erreicht, das neue Möglichkeiten in der zweiten Lebenshälfte schafft“, so Experte Jansen.
Serie: Bereits veröffentlichte Beiträge der Serie „Plötzlich reich“

Teil 1: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen
Teil 2: Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten

Oktober 2025

Teil 2 - Plötzlich reich mit 30

Unerwarteter Reichtum in jungen Jahren kann Türen öffnen und Möglichkeiten schaffen, wenn er denn mit Bedacht genutzt wird. Im ersten Teil der Ratgeber- Serie „Plötzlich reich“ hat die LAUREUS AG PRIVAT FINANZ bereits geschildert, wie sich Fehler im Umgang mit dem neuen Vermögen vermeiden lassen und wie man es sinnvoll strukturiert. Im zweiten Teil geht es nun darum, wie eine halbe Million Euro schon in jungen Jahren klug investiert wird, damit sie ihr volles Potenzial entfaltet.

> Teil 2 der Serie „Plötzlich reich“

Wer früh die richtigen Weichen für den langfristigen Vermögensaufbau stellt, profitiert am meisten

Düsseldorf, 21. Oktober 2025 – Mit Anfang 30 zu einem Vermögen zu kommen, eröffnet zahlreiche Möglichkeiten. Wer plötzlich eine hohe Summe, beispielsweise 500.000 Euro, auf dem Konto hat, denkt vielleicht sofort an ein neues Haus, ein neues Auto oder eine Weltreise. Doch diesem Impuls sollten Betroffene nicht einfach nachgeben. Sehr viel sinnvoller ist es, strategisch vorzugehen.

Zunächst kommt es darauf an, Vorsorge für elementare Risiken zu treffen und die Liquidität zu sichern. Auch vorhandene Schulden sollten in der Regel zunächst getilgt werden, da Kreditzinsen die mögliche Durchschnittsrendite bei einer Kapitalanlage zumeist überschreiten und den finanziellen Spielraum einengen. „Erst wenn existenzielle Risiken abgesichert sind, geht es darum, das Geld für die Verwirklichung der persönlichen Wünsche und Ziele möglichst klug zu nutzen“, sagt Dennis Weiß, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

In 30 Jahren zum Multimillionär
Um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen, ist es unerlässlich, sich zunächst über die wichtigsten Ziele und Wünsche klar zu werden, diese zu priorisieren und sich zu überlegen, bis wann sie realisiert werden sollten. Was zum Beispiel soll in fünf bis zehn Jahren erreicht werden, was bis zum Ruhestand? Steht eine eigene Immobilie ganz oben auf der Wunschliste oder hat ein üppiges Finanzpolster für die Familie Priorität? Mit einer halben Million Euro Kapital rücken große Ziele, die nur mit dem Arbeitseinkommen sehr schwer realisierbar sind, schon erheblich näher. Auf der anderen Seite genügen 500.000 Euro in diesem Alter noch nicht, um allein von den Erträgen und Zinsen zu leben. „Wer noch jung ist und eine halbe Million Euro clever investiert, hat aber die Chance, sein Vermögen so zu vermehren, dass er im Alter von den Erträgen leben kann – und zwar, ohne das Kapital aufzuzehren. Der größte Vorteil bei einem Investment mit Anfang 30 ist dabei der lange Anlagehorizont über mehrere Jahrzehnte“, so Dennis Weiß.

Welche Anlageart die richtige ist, hängt auch davon ab, wie hoch die Risikotoleranz des Anlegers ist und wann das Geld benötigt wird. Grundsätzlich sind höhere Renditen an der Börse nur realisierbar, wenn auch größere Risiken eingegangen werden. Doch dank des Zinseszinseffektes kann das Kapital mit den Jahren auch gewaltig anwachsen. Im langjährigen Durchschnitt bietet der Aktienmarkt eine jährliche Rendite von sechs bis acht Prozent. Erzielt das Vermögensportfolio eine jährliche Rendite von nur sechs Prozent, wird in etwa nach zwölf Jahren eine Verdoppelung des Kapitals erreicht; nach 20 Jahren wäre es auf 1,6 Millionen Euro angewachsen und nach 30 Jahren schon knapp 2,9 Millionen Euro erreicht.

Mit dem Wertpapierportfolio zur Altersvorsorge
Mit 500.000 Euro, die investiert werden sollen, sollten Anlegerinnen und Anleger also vor allem langfristig denken. Ein Teil des Kapitals sollte zum Beispiel der Sicherung der Altersvorsorge dienen. Denn Fakt ist: Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, wird sich im Alter erheblich einschränken müssen. Der Aufbau einer privaten Altersvorsorge ist daher dringend zu empfehlen. Und wer schon früh in die Altersvorsorge investiert, minimiert nicht nur seinen Kapitaleinsatz, sondern profitiert auch umso stärker vom Zinseszinseffekt. Außerdem vermeidet man so größere Anstrengungen in späteren Jahren, um den Ruhestand finanziell abzusichern.
Ein guter Weg, ein ansehnliches Vermögen und ein Finanzpolster für das Alter aufzubauen, sind Wertpapierinvestments an der Börse. Das können etwa Aktien, Anleihen (Rentenpapiere), Rohstoffe wie Gold oder auch alternative Anlagen wie etwa Private Equity sein. Auch hierbei ist ein langer Anlagehorizont vorteilhaft, weil sich die Börsen selbst nach längeren Verlustphasen – das zeigt ein Blick in die Vergangenheit – immer wieder erholen und vorübergehende Verluste ausgleichen. „Über einen langen Zeitraum können Anlegerinnen und Anleger größere Risiken eingehen und zum Beispiel einen höheren Anteil in Wachstumsaktien investieren. Erst einige Jahre vor der Kapitalentnahme sollte dann zugunsten konservativerer Anlagen wie Anleihen oder Rentenfonds umgeschichtet werden. Diese Papiere erzielen zwar in der Regel weniger Rendite, bieten dafür aber umso mehr Sicherheit“, erklärt Berater Weiß von der LAUREUS AG.

Wer seine halbe Million Euro oder einen Teil davon an der Börse investieren will, sollte – um Verlustrisiken zu minimieren – seine einzelnen Investments immer breit über Branchen, Länder und Währungsräume streuen. Die Investments werden dabei je nach Anlageziel, Risikobereitschaft und persönlichen Präferenzen auf die verschiedenen Anlageklassen aufgeteilt. Wer Bauchschmerzen von den Kursschwankungen am Aktienmarkt bekommt, sollte zum Beispiel eher sichere Anleihen oder festverzinste Anlagen höher gewichten. Auch ethische Grundsätze oder der Wunsch, nachhaltig und umweltfreundlich zu investieren, spielen eine Rolle, weil dann zum Bespiel Aktien von Rüstungskonzernen, Tabakherstellern oder Ölproduzenten nicht in Frage kommen.

Auch Fondsgebundene Rentenversicherungen sind Anlagevehikel, die als Investment an der Börse in Betracht kommen sollten. Diese punkten im Vergleich zur klassischen Fondsanlage, einem Investment in verschiedene Einzelwertpapiere oder einer Vermögensverwaltung mit steuerlichen Vorteilen und einer lebenslangen Rente, die auch dann noch weiter gezahlt wird, wenn ein Depotguthaben bereits aufgezehrt wäre.

Die eigene Immobilie schützt vor steigenden Wohnkosten
„Wenn es um die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau geht, spielen auch Immobilien eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nicht von ungefähr steht daher auch ein selbstgenutztes Eigenheim bei vielen Menschen ganz oben auf dem Wunschzettel“, meint Experte Weiß. Von Vorteil ist, dass sich nicht nur die Wohnqualität unmittelbar verbessert, sondern auch die Miete entfällt. Das schafft finanzielle Spielräume, die wiederum für den weiteren Vermögensaufbau zur Verfügung stehen und die Einkommenssituation im Alter verbessern können. Eine vermietete Immobilie beschert dem Investor hingegen eine laufende Rendite, die allerdings durch laufende Kosten für Hausverwaltung und Instandhaltung geschmälert wird.

Sofern die Lage stimmte, wurde eine Immobilie im Laufe der Jahre in der Regel immer wertvoller oder behielt zumindest inflationsbereinigt ihren Wert. Um von der Wertsteigerung zu profitieren, muss die Immobilie allerdings verkauft werden, was wiederum mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Daher ist eine Immobilie in den meisten Fällen eine Entscheidung fürs Leben und für einen Standort. Für Reparaturen, Modernisierung, Gartenpflege, Grundsteuer und mehr müssen zudem Rücklagen gebildet werden. Das muss bei der Vermögensplanung berücksichtigt werden.

Fazit
„Der größte Vorteil einer Anlegerin oder eines Anlegers mit Anfang 30 ist der lange Anlagehorizont. Entscheidend für den Anlageerfolg ist zudem das Festhalten an der erarbeiteten Anlagestrategie, die zu den persönlichen Zielen ebenso passen muss, wie zur Familiensituation, die sich im Zeitverlauf ändern kann“, betont Dennis Weiß. Da über die Jahre eine stattliche Summe zusammenkommen kann, ist auch eine frühzeitige Vermögensnachfolgeplanung wichtig. Niemand denkt gern an den Ernstfall, doch gerade in jungen Jahren, sorgen ein Testament und Vollmachten dafür, dass im Zweifel alles geordnet bleibt und keine unnötigen Steuern gezahlt werden müssen.

Auf jeden Fall sollte das Vermögensportfolio auf verschiedenen Säulen errichtet werden, regelmäßig auf den Prüfstand und gegebenenfalls neu ausbalanciert werden. Ein Unterfangen, das womöglich einfach klingt, aber alles andere als trivial ist. Wer sich unsicher ist, sollte sich daher besser professionell beraten lassen.

SEPTEMBER 2025

Teil 1 - Plötzlich reich

Ein unerwartetes Erbe oder ein Lottogewinn kann das Leben auf den Kopf stellen. Plötzlich beispielsweise eine halbe Million Euro zu besitzen, kann schließlich der Start in eine neue finanzielle Ära sein, birgt neben Chancen aber auch Risiken. Das Thema ist so komplex, dass sich die LAUREUS AG PRIVAT FINANZ für eine sechsteilige Serie entschlossen hat. Der erste Teil von „Plötzlich reich“ zeigt auf, wie die ersten richtigen Entscheidungen getroffen und aus einem Barvermögen ein stabiles Fundament für die Zukunft geschaffen werden können.

> Teil 1 der Serie „Plötzlich reich“

Plötzlich reich: Die ersten wichtigen Schritte nach dem Geldsegen

Düsseldorf, 10. September 2025 – Wer plötzlich und unverhofft 500.000 Euro besitzt, kämpft oftmals mit gemischten Gefühlen: Überschwängliche Euphorie und Glück, aber auch Überforderung und die Angst, Fehler zu machen. Bevor Sie irgendwelche Entscheidungen treffen, sollten Sie sich daher bewusst machen: Sie haben Zeit und müssen nichts überstürzen. „Wer in solch einer Phase Ruhe bewahrt und die nächsten Schritte wohlüberlegt angeht, hat die größten Fehler bei Geldanlage und Vermögensplanung bereits vermieden“, Dirk Tastler, Berater bei der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ.

Zwar sind 500.000 Euro eine beeindruckende Summe, aber eben auch noch kein Betrag, der in der Regel – vor allem ohne weiteres Einkommen – ein finanziell sorgenfreies Leben ermöglicht. Daher ist es ratsam, zunächst auf teure Anschaffungen und Luxuskäufe zu verzichten; zumindest so lange, bis klar ist, welche Ziele mit dem Geld in welcher Zeit angestrebt werden und wo die mittel- bis langfristigen Prioritäten liegen. Das kann zum Beispiel die Erfüllung eines Traums sein, etwa eine Weltreise oder eine Immobilie, ein regelmäßiges Zusatzeinkommen oder ein Kapitalpolster für den Ruhestand. Denkbar ist auch, dass ein Teil dieser Summe an die Kinder oder Enkelkinder weitergereicht wird.

Der erste Schritt: Die Notfall-Reserve
„Bevor vorschnelle Investitionen getätigt werden, sollte zunächst einmal die Liquidität gesichert werden. Sinnvoll ist auch ein zusätzliches Notfall-Konto, auf das schnell zugegriffen werden kann“, empfiehlt Dirk Tastler. Hier sollte ein Betrag liegen, der Ausgaben für drei bis sechs Monate deckt. Dieses Geld dient als Puffer für unvorhergesehene Ereignisse wie eine Autoreparatur oder ein Jobverlust. Der Betrag sollte auf einem Tagesgeldkonto oder in Geldmarktfonds geparkt werden, da er dort sicher ist, Zinsen bringt, aber auch jederzeit schnell verfügbar bleibt.

Strategie statt Gier: Ihr persönlicher Finanzplan
Fakt ist: Ein großes Vermögen erfordert eine Strategie. Doch das hört sich einfacher an, als der eine oder andere nun denken mag, zumal die eine Strategie für alle Anlegerinnen und Anleger nun mal nicht existiert. Grund ist, dass jeder langfristige Anlageplan von zahlreichen Parametern – unter anderem von den Zielen, der Risikobereitschaft und dem Alter – bestimmt wird und daher individuell erstellt werden muss.

Vor allem der zur Verfügung stehende Anlagehorizont ist entscheidend – also die Zeit, die noch bleibt, bis das Kapital benötigt wird. „Je größer der Anlagehorizont, desto geringer das Verlustrisiko, da an der Börse vorübergehende Verluste langfristig wieder ausgeglichen werden können. Hinzu kommt, dass der Zinseszinseffekt erst auf lange Sicht seine Stärke richtig ausspielt“, weiß Laureus-Experte Dirk Tastler. Im Umkehrschluss bedeutet dies: „Wird das Investmentkapital schon nach wenigen Jahren benötigt, sollten allzu große Risiken gemieden werden“, fügt Tastler hinzu.

Eine guter Investmentplan basiert häufig auf drei Komponenten:
1. Sicherheit (rund10bis20Prozent):
HiersolltenAnlegerinnenundAnlegerdas Geld zum Beispiel in Festgeld, Geldmarktfonds, risikoarme, kurzfristig laufende Anleihen oder besser kurzfristig laufende Rentenfonds investieren, dieauch in Krisen oder in turbulenten Börsenphasen nur geringfügige Schwankungen aufweisen und wenig im Wert verlieren – oder vielleicht sogar gerade dann an Wert gewinnen. Auch physisches Gold sollte hier genannt werden, das traditionell eine sichere Anlage in Krisenzeiten darstellt.

2. Rendite (circa 60 bis 70 Prozent): Dies ist der Teil des Vermögens, der wachsen soll. Je nach Risikobereitschaft und Anlagehorizont kann dieser Anteil in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Fonds oder alternative Investments wie Private Equity fließen. Entscheidend ist dabei vor allem: die verschiedenen Assetklassen so zu mischen und zu gewichten, dass es zum persönlichen Risikoprofil und den Anlagezielen passt. Eine entsprechende Streuung des Anlagekapitals – Stichwort Diversifikation – ist dabei elementar, um die Renditechancen zu erhöhen und die Verlustrisiken zu minimieren.

3. Spekulation (maximal 10 Prozent): Wer das Risiko nicht scheut, kann diesen Teil als zusätzlichen Renditeturbo nutzen. Hier kann etwa in Kryptowährungen, Start-ups oder Wachstumsaktien von kleineren und mittleren Unternehmen investiert werden. Weil diese Investments deutlich höhere Risiken bergen, sollte hier nur Geld investiert werden, auf dass die Investierenden im schlimmsten Fall vollständig verzichten können.

Psychologische Fallstricke: So meiden Sie die größten Fehler
Ganz gleich, in welche Assetklasse investiert wird, grundsätzlich gilt: Je chancenreicher und damit auch risikoreicher ein Investment ist, desto besser müssen die Nerven des Anlegers sein. Einer der häufigsten Anlegerfehler ist der Panikverkauf aus Verlustangst. „Anlegerinnen und Anleger müssen sich klarmachen, dass Kursrückgänge völlig normal sind, sich die Börse – das zeigt ein Blick in die Vergangenheit – auf lange Sicht jedoch immer wieder erholt hat“, erklärt Laureus- Experte Dirk Tastler.

Auf der anderen Seite sollten Anlegerinnen und Anleger aber auch keine allzu hohen Renditeerwartungen haben und damit einhergehend zu hohe Risiken eingehen. Auch jedem Trend hinterherzulaufen und das eigene Depot häufig umzuschichten, macht sich in der Regel nicht bezahlt. Wer Aktien und Anleihen häufig kauft und verkauft, zahlt hohe Transaktionsgebühren, erreicht unter dem Strich jedoch nur selten eine höhere Rendite. Im Gegenteil: „Hektisches Kaufen und Verkaufen ist vor allem ein Zeichen dafür, dass eine auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Strategie fehlt und auf lange Sicht somit wohl kaum die ursprünglichen Ziele erreicht werden können“, meint Experte Tastler. Es gibt eine alte Börsenweisheit die besagt: “Hin und her macht Taschen leer.”

Langfristigkeit siegt: Das Geheimnis des Zinseszinseffekts
Der größte Feind des Anlegers ist die Inflation und der stärkste Verbündete der Zinseszinseffekt. Wenn etwa 500.000 Euro mit einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent pro Jahr angelegt werden, würde sich das Vermögen in weniger als zwölf Jahren verdoppeln. Das funktioniert aber nur, wenn das Geld investiert bleibt und die Zinsen und Dividenden reinvestiert werden.

Wichtig ist zudem, dass etwa alle zwölf Monate das Depot überprüft werden sollte, ob die Portfoliozusammensetzung noch der Anlagestrategie entspricht oder ob sich durch Kursbewegungen Ungleichgewichte und Klumpenrisiken gebildet haben. In der Fachsprache sagt man dazu, man führt ein Rebalancing durch. Dann sollte bei Bedarf nachjustiert werden. Hier kann es auch sinnvoll sein, Anlagen, die kurzfristig an Wert verloren haben, deren Aussichten aber weiter gut sind, aufzustocken. Dieses sollte ein fester Bestandteil des Gespräches mit Ihrem Anlageberater sein.

Ein unerwartetes Vermögen ist eine fantastische Chance, um die Grundlagen für ein finanziell sorgenfreies Leben zu legen. Ein gut durchdachter Plan, der konsequent verfolgt wird, ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.